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Credit: Analyse des Willens / von Narziss Ach. Source: Wellcome Collection.
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![ausgesprochenen Silbe, sondern er macht für ihr Zustandekommen im wesentlichen das ,,Hineingleiten in die Situation des Lern¬ komplexes” verantwortlich1). Dieser Tatbestand ist als eine Perseveration der homogenen Tätigkeiten, also der in der Ein¬ übungsperiode an den Silben schon ausgeführten Tätigkeiten ein¬ schließlich der Beproduktion aufzufassen. Wenn aber diese Perse¬ veration (Hineingleiten) der wesentliche Grund für das Entstehen der i.FBn. wäre, dann dürften in einer VA., die diese Tätigkeiten nicht ausführen läßt, wo also homogene Tätigkeiten ausgeschaltet sind, keine FBn. mehr Vorkommen. Von diesem Gedankengang ausgehend, hat E. Müller eine besondere Versuchsanordnung auf- gebaut (mit fünfbuchstabigen Silben). Auch bei einer solchen An¬ ordnung des kombinierten Verfahrens kamen i.FB., und zwar in einem relativ hohen Prozentsatz zur Beobachtung. Daraus folgt, daß eine Perseveration des Komplexes der Lernsituation nicht die eigentliche Ursache der i.FBn. sein kann. Das Experiment hat also gegen Lindworsüy entschieden. Es sind in erster Linie die gestifteten Assoziationen gewesen, welche zu den Fehlhandlungen führten. Selbstverständlich können aber andere Faktoren, wie Ab¬ lenkung, affektive Erregung, große Eile u. dgl., bei der Entstehung von falschen Handlungen mitwirken. Auch dieser Fall zeigt wieder, daß nur das Experiment es ist, dem die Entscheidung über strittige Fragen zukommt, daß es mit einem Male viele Seiten voll von unfruchtbaren Erläuterungen, wie wir sie gerade in der erwähnten Schrift von Lindworslcy finden, über den Haufen wirft. Als wesentliche Momente für das verschiedenartige Verhalten der Personen bei Anwendung des kom¬ binierten Verfahrens hebt E. Müller hervor: die sensorielle V eranlagung, welche für das Einprägen wichtig ist, die intellektuelle Stellungnahme, welche bei der Auf¬ gabelösung, z. B. durch Finden einer anderen, bequemeren oder auch eleganteren Lösungsform, in Betracht kommt, und drittens gewisse Charakter- b z w. Willenseigenschaften, worauf wir früher schon hingewiesen haben, so z. B. Ehrgeiz, Vor¬ sicht, Gewissenhaftigkeit, Ausdauer. § 14. Sonstige Verfahrungsweisen zur Untersuchung des Willensaktes und der Willenshemmung. In W. u. T. (S. 21) habe ich hervorgehoben, daß an Stelle von inneren Hemmungen auch äußere treten können, deren Über¬ windung einen energischen Willensakt nötig macht. So wenn z. B. auf einen gleichbleibenden Beiz stets mit derselben Bewegung zu ]) J. LindworsTcy: Der Wille, a. a. 0. S. 88 ff.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b29813852_0230.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)
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