Der Zusammenhang gewisser Lungenkrankheiten mit primären Rippenknorpelanomalieen / von Wilhelm Alexander Freund.
- Freund, W. A. (Wilhelm Alexander), 1833-1918.
- Date:
- 1859
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Credit: Der Zusammenhang gewisser Lungenkrankheiten mit primären Rippenknorpelanomalieen / von Wilhelm Alexander Freund. Source: Wellcome Collection.
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![auffallende Veränderungen der Rippenknorpel, die sich durchaus nicht von der Erkrankung der Lunge hcrleilen lassen (s. unten), gefunden. Sie nnisslen nach genauer anatomischer und histologischer Prüfung als primäre Knorpelleiden erkannt werden. Sie sind in der anfangs erwähnten Monographie ausführlich beschrieben worden. Indem wir die aus diesen Knorpelanomalieen für die Funktion der Brustwand und der Lungen entspringenden Störungen aufsuchten und dazu gelangten den Wagen der bisherigen Betrachtung des Kausalnexus dieser beiden Erscheinungs- weisen umzukehren: wurden wir vornherein dabei von physiologischen Thalsachen gründlich unterstü.tzl. Von alten Zeilen her schon ist Allen bekannt, dass die eigentliche Funktion der Lungen, als des Organes des Zusamnientriltes und der Wechselwirkung des Blutes und der atmosphä- rischen Luft vermöge der In- und Exspirationsbewegungen durchaus nicht von ihr selbst in selbstthätiger Weise zu Stande gebracht werde. In- und Exspiration, die ersten Faktoren der Funktion und — im nothwendigen Anschluss — der normalen Er- nährung der Lungen, sind die unmittelbaren Leistungen der Brustwand. Erkrankt diese primär, so dass ihre Ausdehnungs- fähigkeit, Beweglichkeit und somit ihre respiratorische Thätigkeit verän- dert wird, so wird sie nicht verfehlen einen störenden Einfluss auf die Funktion und weiterhin auf die Ernährung der Lungen auszuüben. Dieser vor jeder Betrachtungsweise gerechtfertigte Satz findet seine Begründung auch bei Hinzuziehung der Erfahrung; denn diese hat sich längst für einige Seiten dieses Gegenstandes interessirt und dieselben mehr oder weniger gründlich bearbeitet. Und zwar hat man in dieser Hinsicht sowohl den Thorax im Ganzen als auch die einzelnen ihn con- stituirenden Gebilde in Betracht gezogen; das Erstere, was naturgemäss in früherer Zeit als das Zweite geübt worden ist, finden wir zuerst bei Hippocrates, wo er von der guten und von der schlechten Confor- mation der Brust (meist in Bezug auf Verwerthung für die Prognose der Lungenkrankheilen) spricht*); — dann bei Arelaeus, der schon eine sehr naturgetreue Schilderung des Habitus phthisicus gibt**), — hierauf bei vielen Anderen älterer***) und neuerer Zeit. — Die Betrachtung primärer Leiden der einzelnen Theile der Brust- wand in ihrem Einfluss auf die Respiration und die Lungen ist schon lange geläufig und geübt. Man weiss, dass ausgebreitete Verbrennun- •) nQo()(,TiTixov ßißhov ß. XIL und lnt&r]fiimv to txrov 3. 14. 10. '^(.*r«iot, Knnnatioxov ra ou>Qofxtva. — F. Z. Ermerius AbschniU: TlfQi 'fifhlGtOe- •**) J. Riolani fil. Eucheirid. anat. et palhol. Lugd. Batav. Bd. III. Cap. 1. S. 195 und Cap. II. S. 197.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b22282531_0014.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)