Volume 1
Biographisches Lexikon der hervorragenden Aerzte aller Zeiten und Völker / herausgegeben von dr. August Hirsch.
- Date:
- 1884-1888
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Credit: Biographisches Lexikon der hervorragenden Aerzte aller Zeiten und Völker / herausgegeben von dr. August Hirsch. Source: Wellcome Collection.
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![DD»; CANQUOIN. — (JANTANJ. Canquoin, Alexandre C, frauzösischer Arzt, der 1823 zu Paris Doetor wurde uud daselbst aucli lauge practicirte, später aber uacb einer Stadt iu der Büurg'og-ue libersiedelte. Sein Name ist durch die von ihm angegebene Behand- lung des Krebses, über die er die folgenden zwei Schriften verfasste, bekannt ge- worden: „Mein, sur un nouveau mode de traitement des afftctions cancereuses etc.'' (Paris 1835) — „Traitement du Cancer, excluant toute opSration par V instrumerd trcmchant, etc. (2. cd. 1838; deutsche Uebersetzung von S. PßANKENBERG, Brauuschweig 183'J), Es handelt sich dabei, unter Ausschluss eines operativen Verfahrens, um die Anwendung eines Aetzmittels, nämlich einer Paste aus Chlor- zink mit Mehl in 4 Intensitätsgraden. Diese Paste hat sich, wenn auch nicht gerade gegen Krebs, wegen ihrer Handlichkeit und Wirksamkeit auch anderweitig als recht zweckmässig erwiesen. G. Canstatt, Karl Friedrich C., als Sohn eines Arztes am 11. Juli 1807 in Regensburg geboren, machte sich nach Vollendung seiner Studien in Wien und Würzburg (Schoenlein) durch die an letzterer Universität (1831) ver- theidigte Dissertation lieber Markschwamm des Auges und amaurotisches Katzenauge bemerkbar. Nach einem Aufenthalt in Regeusburg, dem eine kleine Schrift über die Cholera entstammte, begab er sich 1832 nach Paris, um die letztgenannte Krankheit dort gründlich zu studiren {„Die Cholera in Paris etc. [1832]). — In Brüssel, wohin sich C, hierauf begab, übernahm er die Leitung eines Cholera-Hospitals; dann aber wandte er sich hier mit allem Eifer wieder der Ophthalmologie zu und verfasste (neben kleineren bezüglichen Schriftenj ein „Mem. et ohservations sur Ja cause, qui entretient VOphthalmie militaire etc. und „ lieber die Krankheiten der Ghorioidea und den Zusammenhang derselben mit Glaucom. — Erst 1838 Hess sich C. in Regensburg nieder und veröffent- lichte während seiner hiesigen praktischen Thätigkeit eine Uebersetzung von GtüiSLAIn's Geisteskrankheiten, sowie „Die Krankheiten des höheren Alters und ihre Heilung (2 Bde., 1839); 1841 auch die erste Lieferung seines „Hand- buches der medicinischen Klinik. In dieses Jahr fällt auch die Gründung des „Jahresberichtes über die Fortschritte der gesammten Medicin in allen Ländern (bis 1865 unter seinem Namen erschienen, nachdem Eisenmann ihn in der Heraus- gabe bereits seit 1843 unterstützt hatte). — C.'s Gesundheit war nämlich nnmer zart gewesen und schon um das letztgenannte Jahr sehr geschwächt; trotzdem nahm er 1844 noch den Ruf als Professor der inneren Klinik an und schrieb hier die zwei Bände seiner „Klinischen Rückblicke und Abhandlungen (von denen jedoch nur der erste — 1848 — uoch unter seinen Augen, der zweite erst posthum — 1851 — erschien); denn bereits 1850 machte ein seit 184G manifest gewordenes Lungenleiden C.'s thätigem Leben ein Ende. Von seinem oben erwähnten „Handbuche der medicinischen Klinik hatte er 1843 die zweite Auflage noch selbst besorgt; in dritter Auflage gab es 1854—56 Hex(1CH heraus. — C.'s hervorragende Bedeutung ist wohl mit Recht darin gesehen worden, dass er sich schon vom ersten Moment seines literarischen Auftretens mit aller Entschieden- heit von der naturphilosophischen Richtung abwandte. Reil. *Cailtaili, Arnaldo C, als Sohn des Arztes Vinoenzo C. am 15. Februar 1837 in Hainsbach (Böhmen) geboren und im Alter von fünf Jahren mit der Familie nach Prag übergesiedelt, erhielt von seinem Vater eine Erziehung, die einerseits ihn früh zur Vorliebe für die Naturwissenschaften führte und anderer- seits so im italienischen Geiste gehalten war, dass sie ihn über die Natioual- zwistigkeiten seines Geburtslandes hinweghob und später für seme Rückkehr nach Italien den Ausschlag gab. Auf der Prager Universität hauptsächlich Schuler Jaksch's und 1860 promovirt, fungirte C. zuerst als Secundararzt am Prager allge- meinen Krankenhause, ging 1864 nach Pavia als ausserordentlicher Professor der Pharmakologie und Toxikologie (später noch der allgemeinen Therapie) und tolgto 1867 einer Berufung au das Mailänder Ospedale maggiore, um dort die medicmiscUc](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21463712_0001_0662.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)