Volume 1
Biographisches Lexikon der hervorragenden Aerzte aller Zeiten und Völker / herausgegeben von dr. August Hirsch.
- Date:
- 1884-1888
Licence: Public Domain Mark
Credit: Biographisches Lexikon der hervorragenden Aerzte aller Zeiten und Völker / herausgegeben von dr. August Hirsch. Source: Wellcome Collection.
Provider: This material has been provided by The University of Glasgow Library. The original may be consulted at The University of Glasgow Library.
668/722 (page 662)
![CAKBONAE]US. — CARCANO. Latte, Dann ging er nach DeiitBcliland, woselbst er 1723 gestorben sein soll. Er liatte in Moskau eine sehr ausgebreitete Praxis. Richter, Gesch. d. Med. TI, pag. 382-386. — Tschistowitsch, CLXXII. L. Stieda. Carbondala, Giovanni de C, ausgezeichneter italienischer Chirurg aus Sanchia (Piemontj gebürtig, der einen grossen Ruf in Cremona, Pavia, Piaceuza und Verona hatte und in letzterer Stadt gegen 1298 Professor der Chirurgie war, ist Verfasser eines für seine Zeit bedeutenden Werkes, das sein Schüler Maiico DE Vergasco der Nachwelt erhalten hat; es führt den Titel: „De operatione mcmuali und ist in fünf Abschnitte eingetheilt, die, wie folgt, betitelt sind: Pr imus tractatus erit de aegritudinibus omnibus, quae fiunt in manifesto corpore a capite usque ad pedes, ab intrinseca causa — „Secundus de omnibus vidneribus et contusionibus, quae fiunt in omnibus membris a capite^ tisque ad pedes — „Tertius est de Algebra, id est restauratione convenienti circa fracturam et dislocationem — „Quartus de Anatomia in communi et de formis membroricm et figicris quae sunt considerandae in incisione et cauterisatione — „Quint us de Gauteriis, scilicet quibus in membris possint ßeri, de formis instrumentoi'um et de medicinis necessariis ad hanc artem et ■utilibus penes unamquamque operationein. — Im Verlaufe seiner Darstellung gibt der Autor werthvolle Beobachtungen und Reflexionen über Hydrocephalie, über die Krankheiten der x\ugen, über Schädelfracturen, über den Einfluss des Fiebers und der Convulsionen auf den Verlauf der Wundheiluug, über Wunden und Contusiouen des Kehlkopfes und enthält wichtige Details aus dem Gebiete der Kriegschirurgie. Der Autor besitzt ferner ausgezeichnete anatomische Kennt- nisse und ist sein eben erwähntes Werk, nach dem Zeugnisse competenter Beur- theiler in vieler Hinsicht anschaulicher und instructiver geschrieben, als das seines berühmten Epigoneu Guy de Chauliac. Uuger. Carcano, Leone Giambattista C, geboren 1536 in Mailand, machte seine ersten anatomischen Studien unter Leitung seines älteren Bruders Pietro Martire C., eines Schülers des Vesalio ; sein späterer Lehrer war Falloppio, der damals in Padua lehrte. C. machte hier in den genannten Disciplinen solche Fortschritte, dass er im Alter von 25 Jahren von seinem Lehrer als dessen Nach- fblger bezeichnet wurde. Nachdem Falloppio gestorben und auf Anordnung des venetianischen Senats dessen Stelle durch Fabrizio ab Acquapendente besetzt war, erhielt C. im Jahre 1593 den Lehrstuhl für Anatomie an der tessmischen Universität ujid im gleichen Jahre veröffentlichte er seine zwei berühmten Schriften: „bull .unione dei vasi nrossi del cuore nel feto'' und „8ui muscoli delV occlno e delle palpebre. Die erstgenannte Schrift enthält seine Untersuchungen über das Vorhandensein von gegenseitigen Gefäss-Communicationen im Herzen des Fötus, über die Art und Weise wie diese Verbindungen stattfänden, ob durch Anastomose oder durch Zwischenkanäle und über den Zweck, dem diese Gefässe dienten ob sie bestimmte Kanäle seien oder ob sie sich schlössen wie die Nabelgeiasse. Alle modernen Anatomen stimmen darin überein, dass dieses seit Galen die erste klare und genaue Beschreibung gewesen ist, die wir über das Ovalforamen des Herzens im Fötus und über die Klappe, mit der es versehen, besitzen. Im (^^t zweiten erwähnten Schrift beschrieb er genau die geraden und schrägen Muskeln des Auges, so dass Morgagni (dem Zinn das Verdienst einer solchen Beschreibung zuerkannte) erklärte, dass dieses C. zufalle, der ebenfalls zuerst die Ihranen- drüse erkannte, welche bis dahin als unwesentliche Substanz angesehen und aou Vesalio für eine Art Muskelori^-an zur Bewegung des oberen Augenlides gehalten wurde. Kbenso genau beschrieb er die Thränenwegc und ihren gemeinsamen Eintritt in den Sack gleichen Namens. Aus diesen Untersuchungen eitete er dann die richtigen Grundsätze zur Heilung der Thräneiiiistel ab. Als hrgeJjm>^ . seiner chirurgischen Beobachtungen und Erfnhrungen ist sem im Jahre io.4](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21463712_0001_0668.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)