Die Chirurgie des Heinrich von Mondeville (Hermondaville) : nach Berliner, Erfurter und Pariser Codices / zum ersten Male herausgegeben von Julius Leopold Pagel.
- Mondeville, Henri de, active 14th century.
- Date:
- 1892
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Credit: Die Chirurgie des Heinrich von Mondeville (Hermondaville) : nach Berliner, Erfurter und Pariser Codices / zum ersten Male herausgegeben von Julius Leopold Pagel. Source: Wellcome Collection.
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![ziige. Gerade diese Eigentümlichkeit der Schreibweise bildet für uns, wie ich meine, einen besonderen Reiz und besitzt in der Lectüre eine besondere An- ziehung. Namentlich sind es die schon vorhin erwähnten, und wie der Verf. selbst gelegentlich bemerkt, ausschliesslich seinem Werk ganz eigen- tümlichen und originellen „Notabilia introductoria“ in der Einleitung zum 2. Buche, ein höchst interessant und fesselnd gesschriebenes Sammel- surium von Bemerkungen und Lehren bezüglich wundärztlicher Politik (u. A. auch über die beste Art, den undankbaren, und dabei begüterten, aber geizigen Patienten „salarium extorquere“) u. v. A., welche in hohem Grade lesenswerth sind und als eine Art von chirurgischer Propädeutik im besten und weitesten Sinne des Wortes fast schon für sich die Lectüre zu einer sehr dankenswerten machen. Dazu kommt, dass in Folge ihrer erschöpfenden Quellenangaben durch Mondeville’s Arbeit de facto das Studium der auf Wundbehandlung etc. bezüglichen Stellen der wichtigsten Vorgänger bis zu Hippocrates hinauf, ich will nicht sagen, vollständig überflüssig, aber doch allenfalls entbehrlich gemacht und zum mindesten sicher sehr erleichtert wird. Hier ist auch der Ort, das Urtheil Guy’s de Chauliac, des hervorra- gendsten Schülers M.'s, über das Werk seines Lehrers einzuflechten. Er sagt in der bekannten, stark historisch gehaltenen Einleitung zu seiner Chirurgie (Ausgabe der Collect, chir. Veneta von 1519 pag. 2b, Spalte 2, Zeile 20 v. u.): „Henricus de Hermondavila Parisius tractatum per notabilia (?, soll wohl heissen pernotabilem) incepit, in quo nitebatur de Theodorico et Lan franco facere matrimonium; ipsum tarnen tractatum morte praeven- tus non complevit“. Auf die Lebensgeschichte M.’s, auf seine literarische und practische Bedeutung hier nochmals in extenso einzugehen, müsste ich mir eigentlich wohl versagen, da ich ja im Wesentlichen nur Das zu wieder- holen hätte, was, wie ich hoffe, genügend in der Einleitung zu meiner frühe- ren kleineren Publication gesagt und besser, als ich es könnte, in der bio- graphischen Arbeit Chereau’s hervorgehoben ist, dem entschieden das Ver- dienst zukommt, Mondeville, um mich der Worte Daremberg’s bezügl. Pitard’s (Hist, des scienses med. I. p. 283, Anmerkung) zu bedienen, der Legende entrissen und der Geschichte wiedergegeben zu haben. Zu den pag. 5 meiner früheren Schrift genannten biographisch-literarischen Arbeiten über M., die übrigens bis auf Haeser’s und Chereau’s sammt und sonders für die Kenntniss unseres Autors sehr geringen Werth besitzen, da keine auf au- thentischem Quellenstudium beruht1), ist hier noch eine nachzutragen, auf die mich Herr Geh. Rath Gurlt aufmerksam zu machen die Güte hatte, nämlich die Bemerkungen Malgaigne’s in der Einleitung zu seiner berühmten und verdienstvollen Ausgabe der Werke Pare’s [T. I. p. L—L1II]2). Jedoch der 1) gilt auch von Biogr. univers. XIX. p. 298 und von Nouvelle biogr. generale. XXIV. p. 407. 2) Anmerkung: Nachträglich habe ich noch in T. XXVIII p. 325—352 der grossen „Histoire littöraire de la France, ouvrage commence par des reli- gieux benedictins de la Congregation de Saint-Maur et continue par des membres de l’Institut (Academie des incriptions et helles-lettres)“ (Paris 1 SS 1, T. I bereits 1733 erschienen) eine von keinem Geringeren als von Emile](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b24856307_0027.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)