Physiologie des Menschen und der Säugethiere / Rene du Bois-Reymond.
- René Du Bois-Reymond
- Date:
- 1908
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Credit: Physiologie des Menschen und der Säugethiere / Rene du Bois-Reymond. Source: Wellcome Collection.
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No text description is available for this image![flockiger Stränge zu einem losen Bündel um den schlagenden Stab formt', und in dieser Form ohne Weiteres aus dem Blute entfernt oder durch Filtration beseitigt werden kann. Man behält so eine Blutmenge von anscheinend unveränderter BeschalTenheit, die un- gerinnbar ist, weil sie an Stelle des Plasmas nur noch Serum enthält. Aehnlicli wie die Entziehung des Faserstoffs wirkt auch die Entziehung oder, was dasselbe bedeutet, die feste Bindung der im Blut enthaltenen Kalksalze. Man sieht hieraus, dass die Kalksalze im Blut bei der Gerinnung eine wesentliche Rolle spielen müssen. Setzt man zum Blut etwa ein Tausendstel des Gewichts Matriura- oxalat zu, das die Eigenschaft hat, sich mit Kalksalzen zu oxal- saurem Kalk umzusetzen, so wird dadurch die Gerinnung verhindert. Setzt man zu dem so behandelten Blut wieder eine ganz geringe Menge Calciumsalzlösung hinzu, so wird es sogleich wieder ge- rinnungsfähig. Dass es wirklich auf die Bindung der Kalksalze an- kommt, lässt sich daraus erkennen, dass Fluornatrium und Seifen, die ebenfalls Kalk zu binden vermögen, die gleiche Wirkung zeigen wie das Oxalat. Die specifische Bedeutung der Kalksalzc zeigt sich auch darin, da.ss, wenn man dem mit Oxalat behandelten Blut nur eine Spur zuviel Kalklösung zusetzt, die Gerinnungsfähigkeit nicht wiederkehrt, sondern dauernd aufgehoben ist. Von anderen Salzen muss man, um die Gerinnung zu hindern, dem Blut viel grössere Mengen zusetzen. So gerinnt Blut nicht, wenn es mit dem gleichen Volum zehnproccntiger Kochsalzlösung oder dem dritten Tlieil seines Volums gesättigter Magnesiumsulfatlösung ver- setzt wird. In so behandeltem Blute setzen sich die Körperchen wie in jedem nicht gerinnenden Blute allmählich ab, und man kann dann das mit der Salzlösung vermischte Plasma absaugen. Da.ss es nur der Ueberschuss an Salz ist, der in diesem Falle die Ge- rinnung hindert, ist daraus zu erkennen, dass die Plasmasalzlösung gerinnt, sobald man sie durch reichlichen VVasserzusatz hinreichend verdünnt. l']s giebt nun noch eine ganze Reihe von Substanzen, die, wenn sie dem Blute zugesetzt werden, die Gerinnung aufhalten oder verllindern. Auf dem mehr oder minder grossen Gehalt an derartigen Substanzen dürften die Unterschiede in der Gerinnungs- fähigkeit des Blutes beruhen, das verschiedenen Körperstellen ent- nommen ist. So hat man gefunden, dass Pepton, Zuckerlösung, Malzdiastase und einige andere Stoffe die Gerinnbarkeit des Blutes aufheben, dass das Blut, wenn die Leber ans dem Kreislauf aus- geschaltet wird, seine Gerinnungsfähigkeit verliert, u. a. m. Be- sonders interessant ist, dass die Blutegel eine mit Alcohol extrahir- bare Substanz, Hirudin, enthalten, die schon in ausserordentlich geringen Mengen die Gerinnungsfähigkeit des Blutes völlig aufhebt. Hiervon wird in der Laboratorinmstechnik mitunter Gebrauch ge- macht. Der Nutzen, den die Absonderung dieses Stoffes für den Blutegel hat, liegt auf der Hand, denn wenn das von ihm auf-](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b24756507_0045.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)