Griechische Papyri medizinischen und naturwissenschaftlichen Inhalts / bearbeitet von K. Kalbfleisch und H. Schöne.
- Date:
- 1905
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Credit: Griechische Papyri medizinischen und naturwissenschaftlichen Inhalts / bearbeitet von K. Kalbfleisch und H. Schöne. Source: Wellcome Collection.
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![iibrig laBt und zahlreiche Auslassungen, motivierte und unmotivierte, Dittographien und gedankenlose Verwecliselungen (Miahcioon statt Mity- AHNAicoN, zu 13, 23; Katanh statt Kanh, zu 6, 58) seine Fluchtigkeit bekunden. Ganz unzureichend ist sein Verstandnis, wo es sich um Dichtertexte handelt. noAAANexAACAN im Paian des Aristoteles 6, 29 verwandelt sicli ihm in hoaahn enAACAN und so oft. So konnte ihn schon einfaclier Leichtsinn, ofter vielleieht Mangel an Verstandnis und Interesse fur die trockene Grammatik zu Auslassungen und Verkiirzungen verleiten. Vielleieht war auch seine Vorlage schleeht geschrieben, so daC er Stellen mit vielen kleinen Dichterzitaten (wie er eine solche 14, 3 ff. iniBhandelt hat) bei seinem mangelhaften Spraehverstandnis lieber ganz ausliefi. An einer Stelle (8, 54) sind ohne erkennbaren Grund am Ende einer Erklarung vor dem neuen Lemma lO^/y Zeilen freigelassen. War etwa hier das Original zer- rissen oder unleserlich wie der Anfang der 'AeHNAfwN noAueiA in der Vorlage des Londoner Papyrus, dessen Schreiber in Erwartung eines vollstandigeren Exemplars freien Raum liefi? Dann ware hier die Gewissenhaftigkeit des Schreibers anzuerkennen und statt seiner viel- leieht seine Vorganger fiir die Verkiirzung und Verschlecliterung der Scholien verantwortlich zu machen. Denn in den hundert Jahren, die zwischen der Niederschrift des Didymos und der vorliegenden Abschrift liegen diirften, kann ein solcher keineswegs sakrosankter Text mancherlei Unbill durch mancherlei Hande erduldet haben. Sobald man nach dem ersten Gefiihle dankbarer Freude iiber die reiche Gelehrsamkeit, die der Schreiber uns gerettet hat, sich ge- nauer die Struktur dieser Erklarungsschrift liberlegt, kann man un- moglich iibersehen, wie willkiirlich hier die einzelnen Lemmata zur Interpretation herausgegriffen und wie einseitig sie erklart oder als Vorwand der Erklarung benutzt werden. Sollte dies wirklich alles sein, fragt man ofter, was Didymos fur erklarungswurdig hielt? Selbst wenn man nur die Artikel des Harpokration vergleicht, die aus in- neren Griinden Anspruch haben fur didymeisch zu gelten, und wenn man sich nur auf die im Papyrus vollstandig erhaltenen Kommentare zu I, I A, IB beschrankt, fehlen melirere wichtige Scholien, die man bei Didymos erwartete/ Audi diese Erwagung fiihrt also zu dem Re- ^ Z. B. ■'ANTPcoNec IV riiil. !), TTanaghnaia ebenda 35, mopan de syntax. 22 [vgl. Lex. zLi Ai'istocr. A 21 ff., S. 79 dieser Ansgabe], TTPonYAAiA ebenda 28. Berliner Klassikertexte, Heft 1. b](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21453111_0023.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)