Das Becken, topographisch-anatomisch mit besonderer Berücksichtigung der Chirurgie und Gynäkologie.
- Waldeyer-Hartz, Wilhelm von, 1836-1921.
- Date:
- 1899
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Credit: Das Becken, topographisch-anatomisch mit besonderer Berücksichtigung der Chirurgie und Gynäkologie. Source: Wellcome Collection.
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![logne) bezeichnet mit dem Namen .,ensellin-c lomixtsacrec physiologique den liöclisten (!iad der Lendcnkiiinnnung der Wirbeisilule, der noch als pliy- siiilo^iscli betraclitet werden kann; er soll naeli ihm ein Rasseneliai'aUter sein, Mild iiisb(',-i(indere den Andalusierinneii zukniiniicn ' i. ('niiniiii;lia m-) fand eine starke Einsatteluni;' bei ('inig-en „ildttentut-ünslniien, wie er sie nennt; aucli laj;' sie ider viel tiefer (am letzten Lendemvirbeij und war erheblicher, als bei einigen Iren, die sie auch zeigten, Jedueh am 1^ Lendenwirbel. — Topinard (Anthropologie generale 1885) ninnnt an, dass die „enselliire bei den l)rannen romanischen Rassen .Siid{MU'0])as stärkei' sei, als bei den l)londen Nord-Euro- päern; das würde mit Duchenne's Angaben stimmen. Altersverschiedenheiten. Ich bringe hier nicht das zur .Si)rachc, was Jugend und Alter im allge- meinen kennzeichnet, wie z. B. das Verhalten der Ilautgebilde; auch übergehe ich hier das knöcherne Becken und die äusseren Geschlechtstlieile, für welche sich bei den betreft'enden Kapiteln Platz linden wird. Bei Neugeborenen^) bestehen die auffallendsten Verschiedenheiten in der geringen Breite des g e s a m m t e n B e c k e n s, welches damit den Ein- druck des noch vollkommen Unfertigen macht, in der g e r i n g e n 11 n t w i c k- 1 u ng- d er Nates, denen die untere Rundung noch abgeht, und die sich nach abwärts abgestumpft verjüngen, ferner in dem damit zusammenhängenden starken Hervortreten des g e s a m m t e n I n t e r f e m i n e u m nach aussen. Besonders trifft dies für die äusseren Geschlechtstheile zu. — Die 8chamfnrche ist bei gutem Ernährungsstande meist sehr deutlich, ebenso die Schenkelbeugungsfnrche; dagegen ist die Kreuzbeinraute kaum wahrzunehmen, was nat der geringeren Entwicklung des Knochen- und Muskelapparates nament- lich dieser Gegend, sowie ujit der geringen Lumbalkrünnnung zusammenhängt. Mit der fortschreitenden Entwicklung bildet sich vor allem das zu Tage treten des Interfemineum zurück, und die Nates erreiclien auch schon im Kindesalter ihre normale Rundung — guter allgemeiner Körperzustand voraus- gesetzt. — Das schlankere Bild der Gesammtbeckenform bleibt. Mit Eintritt der Geschlechtsreife gelangen wir zu dem vorhin geschilderten Bilde des Beckenäusseren, welches im iiöheren Greiseualter durch die Erschlaf- fung der l)indegewebigen Bildungen, den Schwund des Fettes, sowie durch den Rückgang der Muskulatur die bekannten Aenderungen erfährt; eine be- sondere Schilderung derselben ist hier unuöthig. 1) Duchenne, Physiologie des mouvements. 18G7. 2) Cunningham, D. J., The lumbar curve in mau and the apes. Memoirs of the Royal Irish Academy („Cmmingham Memoirs Nr. 11). Dublin, 1886,4 (Iiat die voll- ständige Literatur bis 1880, aus der ich insbesondere die Arbeiten von Aeby, Fr. Merkel und Parow hervorhebe. 3) Vgl. hierzu: Henke, W., Auatomie des Kiudesalters. 2. Aufl. Tübingen, 1881. — Syming'ton, J., The topographical anatoiny of the child. London, 1887.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21204792_0050.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)