Die chirurgische Behandlung von Hirnkrankheiten / von Ernst von Bergmannn.
- Ernst von Bergmann
- Date:
- 1889
Licence: Public Domain Mark
Credit: Die chirurgische Behandlung von Hirnkrankheiten / von Ernst von Bergmannn. Source: Wellcome Collection.
Provider: This material has been provided by the Francis A. Countway Library of Medicine, through the Medical Heritage Library. The original may be consulted at the Francis A. Countway Library of Medicine, Harvard Medical School.
155/208 page 145
![Kinder, im Wesentlichen stets gesund gewesen. Eine frühere sy- philitische Erkrankung stellt er in Abrede. Seit 1V2 Jahren dumpfer Kopfschmerz über der rechten Seite der Stirn und des Schädels, der aber zu Klagen nicht Veranlassung gegeben hatte, sondern mehr daraus erschlossen wurde, dass man den Kranken oft seufzend und die Hand über der erwähnten Stelle haltend an- getroffen hatte. Seit November 1886 Schwindel. Ende November Ziehen im linken Arme und zeitweilige Schwäche in der linken Hand. Anfang December Schwäche auch des linken Beines, all- mälig zu Paralyse vorschreitend, sodann Parese und später Para- lyse des linken Armes. Ophthalmoskopisch normaler Befund bis zuletzt. Die Sensibilität auf der linken Seite abgestumpft. Krämpfe im linken Arm, Bein und Facialisgebiete, theils mit, theils ohne BewusstseinsVerlust, Rigidität und Contractur in den gelähmten Gliedern. Als ich Mitte Januar, acht Tage vor dem Tode, den Patieoten zuerst sah, lag er im Coma. Er machte damals eine Schmiercur durch, die schnell zum Mercurialismus führte. Mit Eintritt desselben konnte er auf Augenblicke, wie es schien, zum Bewusstsein gebracht werden, wenigstens antwortete er lallend auf an ihn gestellte Fragen. Aber bald verfiel er wieder in die alte Lethargie. Dabei zeigte intercurrent und später anhaltend die Respiration den Typus des Cheyne-Stokes'schen Phänomens. In Bezug auf den aus- führlichen Sectionsbefund verweise ich auf das von Jastrowitz wörtlich wiedergegebene Protocoll. Für die Frage nach der Möglichkeit einer Operation ist das von mir schon in der vorigen Auflage Notirte entscheidend. Der grössere, oberflächlich gelegene Knoten war nach oben von der grauen Sub- stanz der vorderen Centralwindung bedeckt. Nach Wegnahme des Schädel- daches erschien diese sehr stark geschwollen, während die hintere Central- windung abgeplattet war. Starke Schwellung des Fusses der oberen Stirn- windung,- geringere des Ursprungs der mittleren. Der tiefe und median- wärts gelegene Knollen steckt im vorderen unteren Theile des Lobus qua- dratus, im Winkel, wo der Sulcus callos. marginal, nach oben abbiegt, bis dicht oberhalb des Trabs, in den er eingreift. An keiner Seite des Knollens zeigt sich irgend eine Abkapselung. Am frischen Präparat ist es schwer, die Grenzen der Neubildung zu ziehen, nach der Härtung in Spiritus lässt sich feststellen, dass sie überall nahezu 1 Ctm. von der Ventrikelhöhle ent- fernt bleibt. Die grossen Geschwülste, die Horsley und Keen glücklich ent- fernthaben, sind eingebalgte Fibrome oderFibro-Sarcome gewesen. Sie konnten stumpf mit dem Finger, Elevatorium, dem Sealpell- oder Löffelstiele vom angrenzenden, gesunden, nur durch den Tumor ver- von Bergmann, Hirnkraiiklieiten. II. AuH. ]^Q](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21041428_0155.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


