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Credit: Ueber die angeborenen Hornhautverdunklungen / Dr. Fronmüller. Source: Wellcome Collection.
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![Hornhaut hatte die Grösse einer grossen Linse, war nicht ganz klar und nicht ganz rund: innen und unten war eine kleine Pupille bemerkbar. Die Anomalie war angeboren. — Bei dem vier Wochen alten Bruder dieses Knaben hatte die linke Horn- haut die Grösse einer grossen Linse in ovaler Form, und die Rundung war an fünf Stellen durch einspringende Winkel un- terbrochen. Eine weisse Masse, die von der Scierotica in die Hornhaut überging, bildete den Umfang der letztern und glich weissen Hornhautverdunklungen. Die Iris lag an der Hornhaut an, und auch nach unten und oben befanden sich in ihr kleine üeffnungen, von denen die erstere die Grösse eines Fliegen- kopfes halte. Das Auge machte bisweilen zitternde Bewegun- gen. Die rechte Hornhaut war wohl um die Hälfte grösser, als die linke, und eine bläulich-weisse Masse, in der zwei rundliche, denen bei Staphylom vorkommenden ähnliche Er- habenheiten erschienen, machte in dieselbe von der Scierotica den üebergang. Von dieser Masse gingen weissliche Streifen über die Hornhaut, wodurch diese etwas getrübt erschien. Hinter dem untern Theile der Hornhaut sah man in der Iris eine schwärzliche, runde Stelle von der Grösse eines Fliegen- kopfes. — Nach Verlauf von 16 Wochen war die Hornhaut auf beiden Augen um vieles grösser und klarer geworden; die zwei dunkelfarbigen Erhabenheiten des rechten Auges waren verschwunden; die Pupillen, besonders jene des linken Auges, hatten sich vergrössert und waren schwärzer geworden; die früher auffallend kleinen Augen waren grösser geworden (D u- sensy: Die Krankheiten der durchsichtigen Hornhaut. Prag 1833. S. 60]. Gescheid t (Ammon*s Zeitschr. f. Ophlhalmol. Dresden 1832. S. 265) führt an, dass der rechte, etwas kleinere Bulbus des blödsinnigen Karl Schulz in Dresden eine trübe Cornea zeigte, beinahe von der Beschaffenheit der Leukome. Die Abgrenzung war nicht deutlich. Die Scierotica schien all- mälig in die Cornea überzugehen. In der Mitte der Cornea erschien noch ein kleines Stück durchsichtig; an dieser noch durchsichtigen Stelle lag aber die verdunkelte Linse an. Das Uebel war angeboren. ß. Die ringförmige Trübung am Horn/iaiilrande, der Fötal ring, Embryotoxon (Waith er), nach Anderen unpassend Gerontoxon congenitum. Sie bildet den Gegensatz des Gerontoxon, wo eine Rückbildung der äussersten Grenze der Hornhaut in den fötalen Zustand statthat. Nach Stellwag von Carion (die Ophthalmologie B. 1, 1853 8. 9) grenzt die angeborne mikro-](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21643064_0009.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


