Das optische Drehungsvermögen organischer Substanzen und die praktische Anwendungen desselben : für Chemiker, Physiker und Zuckertechniker / von H. Landolt.
- Hans Heinrich Landolt
- Date:
- 1879
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Credit: Das optische Drehungsvermögen organischer Substanzen und die praktische Anwendungen desselben : für Chemiker, Physiker und Zuckertechniker / von H. Landolt. Source: Wellcome Collection.
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![c) Wild’sches Saccharimeter mit Zuckerscala. §. 88. Der §. 49 beschriebene Wild’sche Polarisationsapparat wird znra Gebrauche als Saccharimeter mit einer Zuckerscala versehen. Bei den von den Mechanikern Hermann und Pfister in Bern verfertigten Instrumenten umfasst diese Scala 400 gleiche Theilstriche, und es basirt ihre Construction auf der von Wild1) ermittelten specifischen Drehung des Rohrzuckers, für welche derselbe bei xYnwendung einer Lösung von 30,276 g zii 100 cbcm den Werth [«]d = 6G,417n gefunden hatte. In- dem man genaue Proportionalität zwischen Ablenkung und Concentration annimmt, wird aus der obigen Zahl der Drehungswinkel « berechnet, welcher eine Lösung mit 40 g Zucker in 100 cbcm bei Anwendung einer 2 Decimeterröhre geben muss. Aus der Gleichung ^ = 66,417 resultirt a = 53,134°. Man theilt hiernach, von einem der Nullpunkte des Instrumentes ausgehend, einen Winkel von diesem Betrage in 400 gleiche Theile, und erhält so eine Scala, bei welcher jeder Theilstrich 1 g Zucker in 1 1 Lösung anzeigt, wenn die Beobachtung im 2 Deci- meterrohr geschieht. Dabei ist vorausgesetzt, dass als Lichtquelle die Natriumflamme angewandt wird. Nach dieser Einrichtung der Scala wird eine Lösung von 10 g reinem Zucker zu 100 cbcm im 2 Decimeterrohr eine Ablenkung von 100 Graden geben müssen, es entspricht dann also jeder Theilstrich 1 Proc. Wendet man eine Lösung von 20 g zu 100 cbcm an, so muss dieselbe 200° pola- risiren und es zeigt jeder Theilstrich 1/2 Proc. Zucker an. Dies lässt sich bis zu Lösungen mit 40 g Zucker fortsetzen. Man kann also für den Apparat eine beliebige Normalmenge ab- wägen, am bequemsten ist es, hierfür 20 g für 100 cbcm oder 10 g für 50 cbcm Lösung zu nehmen. Die gefundene Ablenkung muss dann durch 2 dividirt werden, und da man bei einiger Uebung leicht auf x/h Theilstrich abliest, ergiebt sich das Resultat auf 0,1 Proc. — Hätte z. B. eine Lösung von 20 g eines Rohzuckers im 2 Decimeterrohr die Drehung 184,6 ergeben, so wäre der Procentgehalt 92,3. Bei schwach zuckerhaltigen Substanzen, wie z. B. Rübensäften, ist es zweckmässiger, 60 oder 80 g abzuwägen und auf 100 cbcm zu verdünnen. Selbstverständlich muss dann die erhaltene Ablenkung durch 6 resp. 8 dividirt werden, um die Px-ocente Zucker zu erhalten. Mit der Ver- gi-össerung der angewandten Gewichtsmenge wächst die Genauigkeit des Resultats. ’) Wild: über ein neues Polai-istrobometer und eine neue Bestimmung der Dvehungsconstante des Zuckers. Bern, 1865. — Fenier: Melanges pliys. et ebim. Bull, de l’Acad. de St. Petersbourg, 8, 33.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b28125940_0185.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)
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