Das optische Drehungsvermögen organischer Substanzen und die praktische Anwendungen desselben : für Chemiker, Physiker und Zuckertechniker / von H. Landolt.
- Hans Heinrich Landolt
- Date:
- 1879
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Credit: Das optische Drehungsvermögen organischer Substanzen und die praktische Anwendungen desselben : für Chemiker, Physiker und Zuckertechniker / von H. Landolt. Source: Wellcome Collection.
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![man Sterilfilter von 13 bis 14 cm Durchmesser, welche 50 cbcm fassen. Dieselben dürfen selbstverständlich vorher nicht angefeuchtet werden, ebenso müssen Trichter und das untergestellte Gefäss vollständig trocken sein. Die Verdunstung ist durch Auflegen von Glasplatten zu verhindern. Häufig sind die ersten Tropfen des Filtrates trübe und müssen daher ge- sondert ablaufen gelassen werden. Die klare Flüssigkeit wird dann sofort in die Polarisationsröhre gebracht. Bei Anwendung von Kölbchen mit doppelter Marke, z. B. 50 und 55 cbcm, wird auch in der Weise verfahren, dass man die Zuckerlösung auf das Volum 50 bringt, hierauf bis zur obern Marke Bleiessig etc. zu- setzt, umschüttelt und filtrirt. Die Flüssigkeit ist dann um 1/1o zu ver- dünnt, und bei der Polarisation im 200 Millimeterrohre muss daher die gefundene Ablenkung um ihres Betrages erhöht werden, um das richtige Resultat zu erhalten. Oder man untersucht die Lösung in einer Röhre von 220 mm Länge, welche Sorte bisweilen den Saccharimetern beigegeben wird. Da der beim Fällen mit Bleiessig etc. entstehende Niederschlag einen nicht unbeträchtlichen Raum einnimmt, so wird die im Messkölbcheu bis zur Marke verdünnte Zuckerlösung ein etwas geringeres Volum als 50 oder 100 etc. cbcm besitzen. Sie ist daher zu concentrirt und beim Po- larisiren muss sieb ein zu hohes Resultat ergeben. Der hierdurch ent- stehende Fehler ist selbstverständlich ungleich, je nach der Menge fäll- barer Stoffe, welche die verschiedenen zuckerhaltigen Producte führen. Scheibler x) hat den in Rübensäften bei der Klärung von 100 cbcm mit 10 cbcm Bleiessig entstehenden Niederschlag nach verschiedenen Me- thoden auf sein Volum untersucht und dafür im Mittel 1,3 cbcm gefunden. Hieraus folgt, dass die Polarisation den Zuckergehalt um etwa 0,15 Proc. zu hoch giebt. — Nach Nebel und Sostmann2) ist der Fehler bei Rübensäften durchschnittlich 0,17, bei Diffusionssäften 0,27 Proc. — Pellet3) fand folgende Fehlergrössen: Bei Rübensäften 0,15 bis 0,2; Zuckerrohrsäften 0,1 ; Füllmassen 0,25; Zuckern zweiten und dritten Pro- ducts 0,25; Melassen 0,63 Proc. — Um die obigen Zahlen muss also das Resultat der Polarisation vermindert werden, um die richtige Procent- menge Zucker zu erhalten. §. 94. Bei Melassen oder dunkeln Nachproducten kann die Färbung so intensiv sein, dass mit Hülfe von Bleiessig keine genügend helle Flüssigkeiten sich erzielen lassen. In diesem Falle hat man zunächst zu versuchen, ob bei Anwendung einer Röhre von 100 mm Länge oder Ver- dünnung der Lösung auf das doppelte Volum eine hinreichend sichere Polarisation möglich ist, wobei selbstverständlich die ermittelte Ablenkung mit 2 multiplicirt werden muss. Ist dies nicht ausführbar, so wird die J) Sclieibler, Zeitschr. d. Ver. f. ßübenzuckerind. 1875, 1054. — 2) Nebel und Sostmann, ebendaselbst 1876, 724. — s) Pellet, ebendaselbst 1876, 730. Landolt, Optisches Drehungsvermögen, ]2](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b28125940_0193.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)
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