Das optische Drehungsvermögen organischer Substanzen und die praktische Anwendungen desselben : für Chemiker, Physiker und Zuckertechniker / von H. Landolt.
- Hans Heinrich Landolt
- Date:
- 1879
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Credit: Das optische Drehungsvermögen organischer Substanzen und die praktische Anwendungen desselben : für Chemiker, Physiker und Zuckertechniker / von H. Landolt. Source: Wellcome Collection.
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![✓ Hierbei gehen Asparagin, Asparaginsäure, Aepfelsänre, Gummi und Dextran in den Niederschlag, und ferner wird das Drehungsvermögen des Invertzuckers durch die Gegenwart des Alkohols fast vollständig aufgehoben. Diese Methode scheint brauchbar, bedarf aber noch näherer Begründung. §. 96. Wenn neben dem Rohrzucker bloss Invertzucker vorhanden ist, welcher die Polarisation zu klein aitsfallen lässt, so kann man sich zur Ermittelung der richtigen Menge des erstem der von Clerget1) angegebenen sogenannten Inversionsmethode bedienen. Dieselbe ist unter Anwendung eines Saccharimeters mit Sol eil’scher Scala folgende: Man stellt wie gewöhnlich die Normallösung von 16,35 g des zu prüfenden Zuckers dar, wenn nöthig unter Zusatz von Bleiessig, und bestimmt die Polarisation. Sodann werden 50 cbcm der Flüssigkeit mit 5 cbcm concentrirter Salzsäure 10 Minuten lang im Wasserbade auf circa 68° erwärmt, wobei sämmtlicher Rohrzucker in Invertzucker über- geht. Nach dem xYbkühlen ermittelt man die Drehung, welche jetzt nach links geht, in einem 220 Millimeterrohr, und bestimmt zugleich die Tem- peratur der Flüssigkeit durch ein eingesenktes Thermometer. Die Be- rechnung des Rohrzuckergehaltes aus den beiden Ablenkungen ist dann folgende: Nach Versuchen von Clerget zeigt eine Lösung von 16,35 g reinen Zuckers zu 100 cbcm, welche am Soleil’schen Saccharimeter bei der directen Polarisation -f- 100° ablenkt, nach der Inversion, wenn die Beob- achtung bei der Temperatur 0° gemacht würde, eine Drehung von 44 Scalengraden nach links, es hat also im Ganzen eine Drehungsänderung von 144° stattgefunden. Die Linksablenkung einer Invertzuckerlösung zeigt sich aber in bedeutendem Grade von der Temperatur abhängig und zwar soll dieselbe bei der obigen Flüssigkeit für eine Temperaturerhöhung von je 1° C. um stets 0,5 Theilstriche der Soleil’schen Scala kleiner werden, sie wird also bei 1° — 144 — ya t sein. Bedeutet nun S die Summe der Saccharimeterablesungen vor und nach der Inversion, d. h. die ganze Drehungsverminderung, und ferner t die Temperatur, welche die invertirte Lösung bei der Beobachtung besitzt, so ergiebt sich der gesuchte Procentgehalt an Rohrzucker R aus der Proportion: wonach: (144 — i/2 t) : 100 = S : R, 100 144 - y2 Ist z. B. gefunden worden: Bei der directen Polarisation 94,1° rechts Nach der Inversion bei der Temperatur 20° 37,2° links so beträgt S = 131,3° J) Clerget, Ann. chim. pliys. [3] 26, 175. 12*](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b28125940_0195.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)
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