Geschichte der Thierzucht und Thiermedicin im Alterthum / bearbeitet von A. Barański.
- Antoni Barański
- Date:
- 1886
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Credit: Geschichte der Thierzucht und Thiermedicin im Alterthum / bearbeitet von A. Barański. Source: Wellcome Collection.
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![den Ruinen von Ninive u. s. w. lassen in ihm deutlich den edlen arabischen Typus herauserkennen. Da ausserdem geschichtlich er- wiesen ist, dass Arabien bis zum vierten Jahrhundert vor Chr. Geb. keine Pferde besass und erst seit dieser Zeit Pferde aus Persien und Mezopotamien zu importiren und zu züchten begann (aus welchen sich das noch jetzt berühmte arabische Pferd entwickelt hat); und da ferner die ersten Pferde nach Aegypten und überhaupt nach Afrika erst um das Jahr 2000 vor Chr. aus Asien gelangten, so unterliegt es gar keinem Zweifel, dass die Zähmung des arischen Pferdes unge- fähr in den Gegenden des heutigen Persiens stattfand. Unabhängig davon wurden auch in Europa wenigstens zwei Varietäten wilder Pferde gezähmt. a) Das eine Pferd war klein, feinknochig, mit grobem Haar- kleid bedeckt und von breitschädeligem Typus, deren Nachkommen wir in den halbwilden Pferden der Camargue, in den heutigen Ponies und den nordischen Pferden deutlich erkennen. Sie haben sich in Preussen und Lithauen bis zum vierzehnten Jahrhundert im wilden Zustande erhalten. b) Die zweite Varietät der europäischen Wildpferde war gross, grobknochig und vom langschädeligen Typus, deren Nachkommen die schweren Pferde Mitteleuropas sind. Auch hier mangelt es nicht an Beweisen der Richtigkeit dieser Behauptungen. Aus der vorgeschichtlichen Zeit Europas besitzen wir Tausende und Tausende von Pferdeskeleten, wie solche zu Solutre und in den verschiedensten Höhlen gefunden werden; ja e* haben uns die Ur- bewohner Europas Zeichnungen dieser wilden Varietät zurückge- lassen. Alle diese Pferde waren klein, kaum 120—130 Ctm. hoch. Von den grossen und schweren Wildpferden Europas sind bis jetzt nur wenige Skelete aus der vorgeschichtlichen Zeit entdeckt worden, wie z. B. in Nussdorf, in Remagen und in manchen Orten Norddeutschlands; diese erreichen die stattliche Höhe von 1S6 Ctm. und zeigen denselben schwammigen Knochenbau, wie etwa die heutigen Pinzgauer. Da ausserdem weder in Asien, noch irgend- wo auf den Wanderungszügen der Germanen in Osteuropa die ge- ringste Spur] von der Existenz des grossen und schweren Pferdes entdeckt wurde, so ist es klar, dass diese Pferde nur in Mitteleuropa, wo sie wild lebten, gezähmt werden konnten. Der Esel. Der afrikanische Esel wurde an den Ufern Nils gezähmt, und zwar in einer sehr entfernten Zeit, denn etwa 4300 Jahre vor Chr. Geb. war er in Aegypten als Hausthier allgemein verbreitet.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b2485461x_0018.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


