Licence: Public Domain Mark
Credit: Die Neubildungen des Uterus / von A. Gusserow. Source: Wellcome Collection.
71/278 page 59
No text description is available for this image
No text description is available for this image
No text description is available for this image![bettes ist ferner constatirt in den Fällen von Scanzoni!), Guss- mann?), Schröder?) und ich selbst kann einen derartigen Fall mit aller Sicherheit anführen, während in einigen andern mir das schnelle Verschwinden der gefühlten Geschwülste Zweifel an der Richtigkeit meiner Diagnose aufkommen liess und mir nur die Ueberzeugung gab, wie ungemein leicht selbst bei doppelter Untersuchung und Rectalpal- pation diagnostische Irrthümer hier möglich sind. Sehr gut sind da- gegen die Fälle von Holst und Spiegelberg*) beobachtet, wäh- rend der Fall Meadow’s°) nicht wohl hieher zu rechnen ist, da das Verschwinden der Geschwulst (durch Resorption ?) erst eintrat nach künstlicher Erweiterung des Muttermundes und partieller Ausschälung derselben aus der Kapsel. Röhrig (l. c.) giebt an, 8mal vollständige Resorption von Myomen nach Abortus resp. Geburt gesehen zu haben. Winckel‘) sah einen Fall von spontaner Rückbildung. Löhlein ’) konate 3mal diesen Vorgang constatiren. Lorain°) beobachtete bei einer Entbindung ein kindskopfgrosses Fibrom des Uterus, das, als die Wöchnerin am 22. Tage des Wochenbetts starb, nur noch nuss- gross gefunden wurde. Wenn man diesen Fall zu denen der vollstän- digen Resorption zählen darf, so sind somit nach meiner Zusammen- stellung 42 annähernd sicher constatirte vollständige Resorptionen von Fibromen beobachtet. Davon ist in 22 Fällen dieser Vorgang an ein Wochenbett geknüpft, in den andern fällt er meist in die Zeit der Menopause. Es mag hier gleich angeführt werden, dass keine einzige Behandlungsweise auch nur mit einiger Bestimmtheit in diesen sämmt- lichen Fällen von Einfluss auf den Vorgang gewesen ist. (Ganz iso- lirt steht bis jetzt die Beobachtung Schröder’s [Hofmeier |. e.], wenn es sich dabei, wie allerdings äusserst wahrscheinlich, um ein Fibromyom des Uterus gehandelt hat. Es erschien die sehr grosse Geschwulst wegen allseitiger Verwachsungen mit den Bauchdecken bei der Laparotomie als unentfernbar. Sehr starke und gefässreiche Ad- häsionen mit dem Netz wurden abgebunden und die Bauchhöhle ge- schlossen. Nach einiger Zeit begann der Tumor sich deutlich zu ver- kleinern und in 11 Monaten war derselbe vollständig verschwunden.) Wie diese Resorption zu Stande kommt, darüber können wir am ehesten eine Vorstellung gewinnen, wenn wir annehmen, dass dieselbe überwiegend nur bei den reinen Myomen vorkommt, die ohne Kapsel in der Uterussubstanz liegen, wie dies Spiegelberg (l. c.) zuerst be- tont hat. Dass Verfettung der Fibrome allein noch nicht genügt zur Resorption, zeigen die Fälle von Freund und A. Martin, ebensowenig die breiige Erweichung (vergl. oben Hecker |. c.). Wenn dergleichen Veränderungen aber in weichen, frei in der Uterussubstanz liegenden Myomen vor sich gehen, so ist die Resorption viel leichter zu ver- ') Lehrbuch, 4. Aufl. I, p. 212. ?) Württemberg. Correspondenzblatt 1868. auL. ec 229, “) Archiv f.:Gynäkolog. VI, 512 u. 515. °) Obstetr. Journal. December 1874. *) Pathologie der weibl. Sexualorgane 1881, p. 67. ’) Zeitschrift f. Geburtsh. u. Gynäkol. 1877, Bd. I. *) Atrophie des corps fibreux de l’uterus apres l’accouchement. Gaz. des höp.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b33781588_0071.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)