Beiträge zur Ophthalmotonometrie : Inaugural-Dissertation / von E. Pflüger.
- Ernst Pflüger
- Date:
- 1871
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Credit: Beiträge zur Ophthalmotonometrie : Inaugural-Dissertation / von E. Pflüger. Source: Wellcome Collection.
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![Viertens. Die neue Ansatzhülse, welche nachträglich von Dor angegeben wurde, Avelche, statt der Sklera in ihrer ganzen Peripherie aufzuliegen, dieselbe nur in 2 Punkten berührt, um die Krümmung in verschiedenen Merldianen zu messen, könnte da- durch Anlass zu fehlerhaften Messungen geben, dass das Instru- ment leicht etwas schief ano^elej^t würde. Der alte, nicht aus^e- schnittene Hülsenansatz erleichtert eine richtige Einstellung des Tonometers und auch des zu messenden Auges, weil leicht zu controliren ist, ob er allseitio; oleichmässis; der Sklera anheilt. ' Odo o Eine schiefe Haltung des Tonometers bedingt natürlich falsche Messungsresultate, da 1. die Reibung grösser wird und 2. die Constante ganz unregehucässig auf die verschiedenen Theile der Tubusperipherie und des Stiftes vertheilt wird. Aus diesem Grunde wurde der neuere Hülsenansatz verlassen und der alte wieder instituirt. Fünftens. Muss ich hier einen Umstand erwähnen, der, streng genommen, nicht hierher gehört, aber doch von prakti- schem Interesse ist. In dem Exemplar, das mir im Moorfield- hospital in London von Prof. Bowman zur Benutzung über- lassen wurde, gewahrte ich bald einen Fehler, der bis dahin nicht bemerkt war. Der fixe Nullstrich corrcspondirte nicht mit dem Nullstrich der Drehscheibe, sondern mit dem 2. kleinen Theilstrich desselben, d. h. die Endfläche des Mittelstiftes befand sich erst in derselben P]bene mit der untern ßegrenzungsfläche der Hülse, wenn die Scheibe um 3 halbe Theilstriche über den 0-Punkt nach rechts gedreht wurde; der Mittelstift stand um ^/2o Mm. zu hoch; hieraus ergab sich ein constanter Fehler für die Krümmungsmessung von ^/gQ Mm., der natürlich auf die Druckmessung zurückwirken musste. Ein mit dem Instrument ganz Vertrauter konnte zwar auch so richtige Eesultate erhalten, wenn er vom 3. Theilstrich als 0-Punkt auso-ino^. Dieser Fehler des Instrumentes ist kein wesentlicher und wird einfach korrigirt, dadurch, dass die Stange um 1 oder 2 Zähne tiefer in dem Zahn- rad eingehakt wird. Die 5 bis dahin angeführten Punkte, ^velche a priori als Fehlerquellen imponiren können, schrumpfen also bei genauer Be- trachtung auf ein Minimum zusammen. Punkt 1, 4 und 5 fallen vollständig dahin, 2 und 3 sind theoretisch nicht abzustreiten, haben aber in praxi einen äusserst geringen Werth; ich schätze denselben höchstens auf 0,5 Grade.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21636898_0017.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


