Beiträge zur Ophthalmotonometrie : Inaugural-Dissertation / von E. Pflüger.
- Ernst Pflüger
- Date:
- 1871
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Credit: Beiträge zur Ophthalmotonometrie : Inaugural-Dissertation / von E. Pflüger. Source: Wellcome Collection.
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![b. Fehlerquellen, welche ihren Ursprung einer un- richtigen oder ungenauen Applications weise ver- danken. Jeder, der mit dem Dor'sehen Tonometer noch nicht ganz vertraut ist, Avird anfangs eine Kcihe von Fehlern in der Anwen- dung desselben begehen, die weniger dem Instrumente als solchem, als ihm, dem Beobachter, zur Last zu legen sind und welche er nach einiger Uebung leicht zu vermeiden lernen wird. 1. Der hauptsächlichste Fehler, welcher bei der Application des Tonometers bis jetzt begangen wurde, ist wohl der, dass die Krümmung beim Vorschieben des Stiftes um 2 Mm. nicht in der richtigen Weise berücksichtigt wurde. Wir sind überzeugt, dass, trotzdem Dor wiederholt auf diese nothv/endige Berücksichtigung aufmerksam gemacht hat, die Primärstellung des Stiftes und nicht sein bei der Krümmungsmessung gefundener Stand meistens als Ausgangspunkt für die 2 Mm. genommen wurde. Wie die Krüm- mun<2: bei der Druckmessuno; in RechnunfT; zu brini^en ist, haben wir oben in dem Beispiel für die Berechnung der Tiefe der Grube bereits erläutert. 2. Den zu messenden Augen muss eine möglichst gleich- mässige Stellung gegeben werden. Eine Vernachlässigung dieses Punktes führt ebenfalls zu Fehlern. Ich lasse i]fewühnlich den Kopf des Patienten um nicht ganz einen halben rechten AVinkel nach der entgegengesetzten Seite wenden und lasse einen nahen, an dieser Seite, ungefähr in derselben Höhe mit dem Kopf sich befindlichen Gegenstand fixiren. Der Bulbus wird dadurch ein- fach um seine vertikale Axe in massigem Grade nach innen ge- rollt, und präsentirt eine in der grossen Ueberzahl der Fälle voll- kommen genügende freie Skleralstelle zur Application des In- strumentes dar. Uebermässige Seitenwendung ohne Drehung des Kopfes oder ein entgegengesetztes Verfahren können geringe Ver- änderungen des intraoculären Druckes bedingen. An Augen von Lebenden bin ich über die Grösse des Convergenzeinflusses zu keinem fertigen Urtheil gekommen; an Leichenaugen hingegen überzeugte ich mich wiederholt, dass das Tonometer zwischen minimaler und mit der Pincette forcirter, grösstmöglicher Ad- duction Differenzen von 3 und 4 Graden anzeigt. 3. Das Tonometer muss vollkommen ruhig und sachte der Sklera aufgesetzt werden; geschieht dieses Aufsetzen nur einiger- niassen heftig, zu rasch, so wird durch den elastischen Kückstoss](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21636898_0018.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


