Medicinische Chemie in Anwendung auf gerichtliche, sanitätspolizeiliche und hygienische Untersuchungen sowie auf Prüfung der Arzneipräparate : Ein Handbuch ... / von Dr. Ernst Ludwig.
- Ludwig, Ernst, 1842-1915.
- Date:
- 1885
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Credit: Medicinische Chemie in Anwendung auf gerichtliche, sanitätspolizeiliche und hygienische Untersuchungen sowie auf Prüfung der Arzneipräparate : Ein Handbuch ... / von Dr. Ernst Ludwig. Source: Wellcome Collection.
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![angesäuerte Lösung mit Chlorbaryum keinen starken Niederschlag geben.) 10 Grm. des Präparates sollen durch 69'8 Cbcm. Normalsäure neutralisirt werden. (Ent- sprechend einem Gehalt von 99'8% krystallisirtem kohlensauren Natron, welches ] 0 Moleküle Krystallwasser enthält, oder von 36'99% wasserfreiem kohlensauren Natron.) Die gröblich gestossenen Krystalle verlieren, wenn sie an einem warmen Orte längere Zeit der Luft ausgesetzt worden, mehr als 6/10 ihres ursprünglichen Gewichtes und verwandeln sich dabei in ein weisses Pulver, welches als Natrium carbonicum dilapsum, verwittertes oder an der Luft zerfallenes kohlensaures Natrium bezeichnet wird. Natrium hydrocarbouicum, saures kohlensaures Natrium. Undurch- sichtige, an der Luft nicht verwitternde krystallinische Krusten, welche sich in 13 Theilen Wassers lösen. Wenn 8 Grm. des Präparates geglüht werden, so sollen etwa 5 Grm. Rückstand bleiben, welcher 95 Cbcm. Normalsäure zur Neutralisation erfordert. Natrium phosphoricum, phosphorsaures Natrium. Vierseitige, durchsichtige, aber rasch verwitternde Prismen von alkalischer Reaction, welche sich in 4 Theilen kalten, in 2 Theilen heissen Wassers lösen. Die wässerige Lösung soll mit Chlorbaryum einen weissen Niederschlag geben, der von Salz- säure vollständig gelöst wird. (Bei einer Verunreinigung mit Glaubersalz oder einem schwefelsauren Salz überhaupt bleibt schwefelsaurer Baryt unlöslich in Salzsäure zurück.) Ebenso muss der in der wässerigen Lösung durch salpeter- saures Silber erzeugte gelbe Niederschlag sich in Salpetersäure vollkommen auflösen. (Bei einer Verunreinigung mit Kochsalz bleibt weisses Chlorsilber ungelöst.) Die wässerige Lösung darf sich auf Zusatz von verdünnter Salzsäure und Schwefelwasserstoff nicht trüben (Prüfung auf Metalle der I. und II. Gruppe). Natrium salicylicum, salicylsaures Natrium. Ein sehr weisses, geruchloses, krystallinisches Pulver von schwach alkalischem Geschmack, welches in Wasser sehr leicht, in Weingeist leicht löslich ist. Die wässerige Lösung muss farblos sein und es darf sich in derselben kein brauner Bodensatz bilden. Sie darf sich auch beim Vermischen mit con- centrirter Sclvwefelsäure nicht bräunen (Probe auf harzartige Verunreinigungen). Natrium silicicum, kieselsaures Natrium (Wasserglas). Es soll das specifische Gewicht 14 haben. Wenn man 1 Gewichtstheil des Präparates mit V4 Gewichtstheil von 90°/0igem Weingeist mischt, so soll ein Niederschlag ent- stehen ; entsteht der Niederschlag nicht, so ist das ein Beweis , dass das Prä- parat freies Aetznatron enthält und es kann dieser Fehler dadurch corrigirt werden, dass man das Präparat mit frisch gefällter Kieselsäure kocht. Natrium sulfuricum crystallisatum, krystallisirtes schwefelsaures Natrium (Glaubersalz). Krystallinische, verwitternde Stücke, von denen 1 Theil bei 33° 1/3 Theil Wasser zur Lösung braucht. Die wässerige Lösung darf weder mit Schwefelwasserstoff, noch mit Schwefelammonium einen Niederschlag geben (Probe auf schwere Metalle). Wird das Präparat längere Zeit der trockenen Luft ausgesetzt, so verliert es nahezu die Hälfte seines Gewichtes an Krystallwasser und zerfällt zu einem weissen Pulver, welches unter dem Namen Natrium sulfuricum dilapsum oder verwittertes Glaubersalz bekannt ist.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21015107_0422.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


