Die Lehre vom Gesichtsfelde und Seinen Anomalien : Eine physiologisch-kinische Studie / von Wilhelm Schoen.
- Schoen, Wilhelm, 1848-1917.
- Date:
- 1874
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Credit: Die Lehre vom Gesichtsfelde und Seinen Anomalien : Eine physiologisch-kinische Studie / von Wilhelm Schoen. Source: Wellcome Collection.
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![einer Rückbildung fähig sind. Doch ist diese mildere Beurtheilung, wie schon oben hervorgehoben, auf solche Fälle zu besefcffänken] in welchen nach wenigen Tagen verständigen Verhaltens, häufig nach einer Nacht guten Schlafes, durch welchen die Krank*-,, sich von den Anstrengungen einer Reise u. s. w. erholen, die Farben« empfindung wieder normal ist, oder wo sie es am Morgen immer ist, dagegen gegen Abend schlechter wird, oder überhaupt bei hellerer Beleuchtung alle Farben erkannt wei den. Man macht diese Beobach- tung zu häufig, als dass man diese Wandelbarkeit der Symptome, wie wir einige Male bei der Atrophie gethan haben, einzig auf hellere Beleuchtung schieben könnte. Galezowsky1) sagt das- selbe: „Le dois dire pourtant que cette cecite (bei gewissen Formen von Intoxicationsamblyopien) est ordinairement peu stable et qu'elle varie d'un jour ä l'autre; tantot le sujet ne voit aucune couleur, tantöt apres quelques jours du repos, il les distingue toutes. Gewöhnlich beschränkt sich bei der Intoxication diese vorüber- gehende Farbenunempfindlichkeit auf Grün. Die Folge der schlechten Ernährung ist eine schnellere Er- müdbarkeit der nervösen Retinaelemente. Hieraus erklären sich die eben mitgetheilten Thatsachen und finden auch die sich zum Theil widersprechenden Angaben, dass solche Kranke nach einigen Autoren besser am Abend sehen sollen, nach anderen besser bei möglichst heller Beleuchtung, ihre Erledigung. Nachdem die Augen ausgeruht sind, also am Morgen, wird der Patient besser bei heller Beleuchtung sehen, war er aber längere Zeit heller Beleuchtung ausgesetzt, so wird die Ueberblendung und Ueberermüdung sich am leichtesten im Dunkeln verlieren. Auf das Gleiche kommt das Verhalten der Farben hinaus, welches Galezowsky2) sehr gut als Contrast bezeichnet: „II arrive quelquefois d'observer chez les alcoolisees une autre forme toute particuliere de dyschromatopsic morbide, qui est caracterisee par la persistance trop prolongee de chaque impression coloree sur la retine, d'oü resulte une con- fusion des couleurs, qui varie constamnient. Ainsi ces malades reconnaissent tres bien chaque couleur franche et meine composee lorsqu'ils ont eu prealäblemeni les yeüx fernies pendant qüelques 1) Annalos d'Oc. 1871, Tom. 65, S. 232. 2) Aunales d'OculiStiqtie 1871, S. 227. Tom. 66.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b2163516x_0092.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


