Lehrbuch der gerichtlichen Medicin für Aerzte und Juristen : nach eigenen und fremden Erfahrungen / bearbeitet von Ernst Buchner.
- Date:
- 1867
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Credit: Lehrbuch der gerichtlichen Medicin für Aerzte und Juristen : nach eigenen und fremden Erfahrungen / bearbeitet von Ernst Buchner. Source: Wellcome Collection.
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![Fälle, so dass denn auch Casper von seiner oben dargelegten Ansicht zurück- gekommen ist. (Vgl. dessen Handb. 3. Aufl. 18()0.) — W. J. Schmitt theilt (Neue Denkschriften der physik.-med. Societät zu Erlangen. 1812. Bd. 1. S. 07 und Taf. V. 1.) einen Fall mit: Heftiger Stoss auf die rechte Unterbauchgegend An- fangs des 8. Monats der 5. Schwangerschaft; Geburt Mitte des 9. Monats leicht und regelmässig, wie die frühern vier Geburten. Keine Spur von Comprimirung des Schädels, aber in der Scheitelgegend des rechten Stirnbeins ein Knochen- Eindruck. Kind scheintodt, starb in der folgenden Nacht. An der tiefsten Stelle des Knocheneindrucks auf dem Pericranium etwas weniges schwarz aussehendes coagulirtes Blut. Am Scheitelrand zwei unbedeutende Eisse. — Schnuiir (Med. Z. des Vereins f. Heilkde. in Preussen 1834. S. 152) berichtet einen Sturz mit dem Unterleib auf den scharfen Kand eines Kübels im 8. Monat der 7. Schwanger- schaft. 47 Tage darnach regelmässige schnelle Geburt. Am rechten Stirnbein des wohlgebildeten etwas kleinen Mädchens ein Eindruck von naliezu 2 Zoll im Dm'chmesser von unregelmässiger fast sternförmiger Figur und in der Mitte so tief, dass man den Daumen bequem hineinlegen konnte. Allmälige P]rliebung des eingedrückten Knochens, so dass nach 3 Monaten der Eindruck verschwunden war. — In einem von Wittzack (Ebenda 1841. S. 82) berichteten Falle zeigte ein wegen Eückenlage durch Wendung zur Welt gefördertes kräftiges wohlgestaltetes Kind am Stirn- und linken Scheitelbeine einen tiefen 3 Zoll langen \/2 Zoll breiten Knocheneindruck. Fall von einem hohen Kirschbaum drei Wochen vor der Nieder- kunft. — Albert (Henke's Zeitschr. 1829. H. 4. S. 441) berichtet von einer Erst- gebärenden. Fall 8 Tage vor Ablauf der Schwangerschaftszeit und heftiger Stoss in der rechten Seite des Unterleibs an einen Grenzstein. Geburt eines todten Kindes am nächsten Morgen. Das linke mehr als gewöhnlich verknöcherte Schei- telbein war aus seiner Verbindung mit den benachbarten Knochen gerissen. Der obere Kand war in seiner ganzen Ausdehnung nach Innen gedrückt, so dass eine 11 Linien breite Spalte gebildet wurde, durch welche Gehirn austrat, der hintere und vordere Eand getrennt und etwas eingedrückt; der untere Eand vom Schläfen- bein getrennt, aber einige Linien über dasselbe hervorragend .... (Vgl. Gurlt a. a. 0. Mai 1857. S. 341.) — Hieher gehört auch der Fall von Hartmann (Med. Corr.-Bl. würtemb. Aerzte 1851. 26. Aug.): bei einem Todtgebornen fand der Leichenbeschauer einen Knocheneindruck des rechten Scheitelbeins. Bei der ge- richtsärztlichen Untersuchung zeigte sich der Knochen eingedrückt und sternförmig gesplittert, auf demselben eine Drachme dickes geronnenes Blut, und unter dem- selben zwischen harter Hirnhaut und Spinne webenhaut wieder ungefähr eine Drachme dickes Blutextravasat. Lungenprobe bewies Nichtathmung. Geburt war nach Aussage der Hebamme langsam aber regelmässig. Vier Wochen früher war die Schwangere die Treppe herabgestürzt und noch vier Wochen früher hatte sie im Streite einen Tritt auf die rechte Seite des Bauches bekommen. Dass ausser den Knochenbrüchen und Knocheneindrücken auch anderweitige Verletzungen am Schädel des Kindes während seiner Entwickelung im Mutter- leibe statt haben können, bcAveiset unter anderm der von Dieterich (Corresp.-Bl. würtemb. Aerzte 1838. S. 5) mitgetheilte Fall: Eine kräftige 32jährige Frau fiel iji der 36. Woche ihrer 3, Schwangerschaft oben auf einer hohen steilen Treppe](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21924867_0420.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)