Untersuchungen über das Protoplasma und die Contractilität / von W. Kühne.
- Date:
- 1864
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Credit: Untersuchungen über das Protoplasma und die Contractilität / von W. Kühne. Source: Wellcome Collection.
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No text description is available for this image![auf Objecttrilgern rasch einfrieren lässt. Ich legte die Glasplatten auf eine Kälteiuischung von Eis und Kochsalz, nahm sie herunter, wenn der Wassertropfen fest gefroren war, und ])eobachtete die Thiere darauf vom Momente des Aufthauens an ohne lleckgläschen. Die ximoeben zeigten jetzt noch dieselben unregelmässigen Ge- stalten wie gewöhnlich, die Bewegung trat aber auch nach 12 Stunden noch nicht wieder ein, und ohne Zweifel Hess sich in ilirein xVnsehen selbst der Grund dafür entdecken. Sie waren nämlich sämmtlich mit sehr viel schärferen Contouren als gewöhn- lich, stellenweise sogar mit trennbaren doppelten Contouren ver- sehen, der im Leben nicht immer sichtbare Kern erschien in allen ungemein deutlich, und das Innere war erfüllt von einer Anzahl unregelmässig geformter trüber Klumpen, welche Nahrungsreste einschlossen und sonst nur Körnchen ohne jede Spur von Mole- cularbewegung enthielten. Ein anderer Theil des Inhaltes war dagegen ganz klar, und hier tanzten feine Körnchen ungehindert in lebhafter Molecularbewegung. Man sieht also, dass die Thiere auch beim Absterben ohne Coiitraction membranöse Gerinnungen an der Oberfläche und klumpige Gerinnungen im Innern erleiden unter Abklärung einer körnchenhaltigen Flüssigkeit. Nach 24 Stunden zeigten sich die so veränderten Anioeben stark geschrumpft und zerfielen sehr leicht zu Bröckeln. Ein anderes Mittel die Amoeben zu tödten, besteht in der Anwendung ausserordentlich verdünnter Giftlösungen. Wässerige Abgüsse des so wenig löslichen Veratrins vernichten die Amoe- l)en rasch, und ich glaube nicht, dass die alkalische Keaction der Lösung dabei von irgend welchem Belang ist. Man kann Amoe- ben lange in alkalisch reagirendem Wasser bewahren, denn ich fand, dass mein amoebenhaltiger Schlamm zufällig recht deutlich alkalisch reagirte, und ich sah ferner die Amoeben in einem stark alkalisch reagirenden Brei von gebrannker Magnesia mit Wasser über 24 Stunden lang ohne Anfechtung umherkriechen. In einem Brei von Veratrin mit Wasser starben die Thiere in- dessen schon in 10 Minuten, in einem filtrirten kalten Abguss spätestens in einer Stunde. Dabei gingen sie ohne Ausnahme in die Kugelform über, umgrenzten sich mit einer deutlichen innen und aussen von zwei glatten Contouren bezeichneten Membran, der Kern trat überall sehr deutlich hervor und der Inhalt zeigte nur eine sehr schwache Trübung. Trotzdem war die Molecularbewegung der Körnchen eine sehr geringe und nur auf eine schmale Schicht dicht unter der Membran beschränkt.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21993294_0059.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)