Die Staatsheilkunde im Lichte der Geschichte : ...neue Ausgabe des Schlusstheils [i.e. des 6ten buchs] seiner Geschichte der Medizin und Naturwissenschaften / vom Gehermerath, Ritter und Professor Dr Emil Isensee.
- Isensee, Emil, 1807-1845
- Date:
- 1862
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Credit: Die Staatsheilkunde im Lichte der Geschichte : ...neue Ausgabe des Schlusstheils [i.e. des 6ten buchs] seiner Geschichte der Medizin und Naturwissenschaften / vom Gehermerath, Ritter und Professor Dr Emil Isensee. Source: Wellcome Collection.
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![fila, Falret u. A. den Selbstmord immer für die Folge eines ge- wissen Grades von Verrücktheit angesehen, ist der Selbstmord bei constatirtem Wahnsinn gerade sehr selten. Wohl aber ist er bei der Melancholie, also bei getrübtem, so wie bekanntlich bei Eh- renkränkungen, oder nach Verbrechen, im vollen Bewusstsein gar nicht selten. — Hylche’s (The Lancet, Aug. 1842. S. 732) phrenologische Untersuchungen an Personen die den Drang fühlen, sich von einer Höhe herabzustürzen ergaben, dass das Organ der Vorsicht stark, das des Gleichgewichts dagegen nur schwach entwickelt sei. Der- gleichen Personen sollten zur Seekrankheit disponirt sein [?! Letz- tere betrifft ja aber fast jeden; wenigstens ist das Verhältniss der Unzahl Solcher die seekrank werden, zu dem der unendlich Selte- nen, die jenen Drang fühlen, mindestens wie 10000 zu 1.] A. Th. Brück (Beobachtungen und Bemerkungen in Cas- per’s Wochenschr. 1841. 17. 19. 26. 27 und 31) leitet die bei Land- und Seereisen und an Badeorten eigenthümliche Apathie dort von Gehirncongestion durch Erschütterung hier von Kohlen- säure ab. Royer Collard setzte in der Sitzung der Acad. de Med. vom 23. November 1841 seine Vorlesung über Temperamente fort und suchte darzuthun, dass die individuellen Verschiedenheiten, welche die Temperamente bilden 1) in der Constitution des Blutes, 2) in der Art und Weise [?J des Nerveneindusses 3) in den Beziehungen zu suchen suchen seien, welche zwischen dem Blute und dem Nerven- einflusse bestehen. [Mir scheint dies wenig zu erklären.] „La medecine passions, ou les passions considerees dans leurs rapport avec les maladies, les lois et la religion par Descuret Paris 184l“ ist ein wahrhaft philosophisches Werk, das von gros- ser Belesenheit und tiefer Menschenkenntniss zeugt. D. theilt die Leidenschaften in 1) animale, 2) sociale und 3) intellectuelle: ad 1) Trunksucht, Gourmandise, Fressucbt, Zorn, Faulheit, Furcht; Liederlichkeit; ad 2) Liebe, Stolz, Eitelkeit, Ehrgeiz, Neid, Eifer- sucht, Geiz, Spielsucht, Selbstmord, Duell; ad 3) Studirvvuth, i\lu- sicirwuth, Ordnungswuth, Sarnmelwuih , künstlerischer, politischer und religiöser Fanatismus. „Passion“ umfasst alles dies! „lieber sogenannte Seelenkrankheiten von Neuber“ (Pfaff’s Mittheilungen. Jahrgang VII. Heit 3 und 4. S. 56.) Eine philo- sophisch-psychologische Abhandlung, welche den Verfasser als ei- nen scharfsinnigen Denker bekundet. „Beiträge zu Beurlheilung und Behandlung der psychischen Krankheiten und der Epilepsie von Dr. Christian Conrad Weiss, Director der Königlich Sächsischen Landes-Versorgungs- Anstalt zu Colditz. Ersten Bandes 1. Heft. Leipzig 1842.“ — ln der uns hier zunächst interessirenden Abhandlung: „Grundlagen für Unterscheidung der psychischen Krankheitsl'ormen“ betitelt, giebt W. eine kritische Beleuchtung der Begriffe und verschiedenartigen Isenser, Gesch. d. Med. 11.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b24757329_0201.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)