Die Staatsheilkunde im Lichte der Geschichte : ...neue Ausgabe des Schlusstheils [i.e. des 6ten buchs] seiner Geschichte der Medizin und Naturwissenschaften / vom Gehermerath, Ritter und Professor Dr Emil Isensee.
- Isensee, Emil, 1807-1845
- Date:
- 1862
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Credit: Die Staatsheilkunde im Lichte der Geschichte : ...neue Ausgabe des Schlusstheils [i.e. des 6ten buchs] seiner Geschichte der Medizin und Naturwissenschaften / vom Gehermerath, Ritter und Professor Dr Emil Isensee. Source: Wellcome Collection.
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![Benennungen, welche von den Schriftstellern zu verschiedenen Zei- ten über die Hauptqualiläten der menschlichen Seele und ihrer Ab- weichungen vom gesunden Zustande angenommen und jenen beige- legt wurden. Eine originelle Ansicht über die Verbindung zwischen Seele und Leib mit daran sich reihenden eigenthümlichen Vorstellungen über die Möglichkeit wahrer und eigentlicher Seelenstörungen ohne gleichzeitige (ätiologische) Störung der Materie, die aber genau ge- nommen nur auf Irrthümer, Aberglauben, unzulängliche Erkenntniss herauskämen, stellt Dr. R. Herrmann Lotze in seiner gedan- kenschweren ,,allgemeinen Pathologie und Therapie als mechanische Naturwissenschaften,“ Leipzig 1842 auf. „Ueber die Ursachen des lauten Deliriums mancher Geistes- kranker und Fiebernder von Dr. Bernhardi zu Königsberg in Preus- sen“ (Medizinische Zeitung herausgeg. vom Verein f. Heilk. in Preussen. XI. Jahrg. 1S42. N. 1.): Nach Widerlegung von Hoffbauer’s Ansicht in obengenann- ter Beziehung (Reil’s und Hoffbauer’s Beiträge zu einer Cur- methode auf psychischem Wege I. Bd.) giebt Bernhardi seine Erklärung dahin ab, dass der Mensch fortwährend in sich den Drang fühle, seine Gedanken auszusprechen, gleichsam zu verkörpern, dass er aber durch die Vernunft zurückgehalten werde. Werde nun in Krankheiten das Selbstbewusstsein, der vernünftige und bestimmende Wille gestört und aufgehoben, so folge der Mensch seinem natür- lichen Drange, seine Gedanken und Empfindungen in Worten zu üussern. Diess ist in nuce die Ansicht B.’s, welche aber offen- bar vieles unerörtert und unerklärt lässt. ,,Ueber den Einfluss der Träume auf Geisteskrankheiten“, von Dr. Fla rer, Professor der Chirurgie und Augenheilkunde an der Universität zu Pavia (Rohatzsch’s allgemeine Zeitung für Chi- rurgie etc. 1842. S. 378.) Ein Fall, wo ein seit etwa % Jah- ren geisteskranker Mann angeblich durch einen schweren beängsti- genden Traum, worin er zum Tode verurtheilt und erschossen wurde, geheilt wurde, veranlasst F., den Vorschlag anzureihen, absichtliche rraumerregungen [?] zur Cur Geisteskranker zu benutzen. (!) In der Academie des Sciences (Sitzung vom 5. Juli; — Ga- zette medicale 1842. Nr. 28) las Voisin eine Abhandlung „über das Gewissen und über das Gefühl für Recht und Unrecht“ vor, worin er das Gewissen eine blinde Nothwendigkeit (une force aveugle) nennt, welche durch Erziehung und Erkenntniss geregelt [?] werden müsse. II. Zur Semiotik der psychischen Krankheiten. Sir Alexander Morison gab 1840 in London seine „Phy- siognomy of mental diseases“ heraus (Preis 28 Thr.!). Sie’ent- halt 9S Portraits von Geisteskranken aller möglichen Formen und Varietäten.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b24757329_0202.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)