Die Krankheiten der Harnblase / von Robert Ultzmann ; nach dessen Tode Herausgegeben von Moritz Schustler.
- Robert Ultzmann
- Date:
- 1890
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Credit: Die Krankheiten der Harnblase / von Robert Ultzmann ; nach dessen Tode Herausgegeben von Moritz Schustler. Source: Wellcome Collection.
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![Fig. 92. Fig. 93. Empfehlenswerther ist es jedoch, die Blasenwunde mittelst eines Dila- tatoriums zu erweitern , man kann wenigstens in dieser Weise einer inneren Blutung sicherer ausweichen, und wenn das Dilatatorium vor- sichtig gehandhabt wird, so entsteht niemals daraus ein ernstlicher Schaden. Das gebräuchlichste Dilatatorium ist das von Payola, doch kann auch ein anderes Dilatatorium, deren es eine grössere Anzahl gibt, ja selbst ein gewöhnlicher Handschuhdehner zu demselben Zwecke verwendet werden. Ist der Weg in das Blaseninnere in dieser Weise im Verhältnisse zur Grösse des Steines weit genug, so wird auf dem linken Zeigefinger, welcher sich noch immer in der Blase befindet, das Gorgeret eingeführt, bis man mit demselben den Stein deutlich fühlt, und nun erst wird der Finger aus der Blase herausgezogen. Auf dem Gorgeret nun, welches jetzt zur Führung des Instruments in die Blase dient, werden die Stein - zange oder der Steinlöffel eingeführt, und nach- dem der Stein in einem günstigen Durchmesser gefasst erscheint, wird derselbe in vorsichtiger Weise, gewöhnlich unter rotirenden Bewegungen, aus der Blase herausgezogen. Sind gleichzeitig mehrere Steine vorhanden, so wird wiederholt mit der Zange vorsichtig eingegangen; man thut jedoch gut, sich früher mit dem Zeigefinger da- von zu überzeugen, ob der Weg in die Blase leicht passirbar ist, es könnte sonst leicht ge- schehen, dass man ein zweites Mal nicht mehr im Stande wäre, in das Blaseninnere mit der Zange zu gelangen. In einem solchen Falle müsste nochmals vorsichtig das Itinerarium, mit Das Di]atatoriui!: der Spitze an der oberen Wand der Harnröhre ™n Payola. gleitend, in die Blase eingeführt werden, auf diesem das Gorgeret und endlich die Zange. — Zerbricht ein poröser Stein beim Fassen mit der Zange, so müssen die grösseren Stücke mit der Zange, die kleineren mit dem Steinlöffel und der Rest durch Herausschwemmen mittelst der Handspritze und eines dicken Ka- theters durch die Wunde entfernt werden. Die Blutung ist gewöhnlich sehr gering und kann leicht mit Eiswasser gestillt werden. Unterbindung von Gefässen ist beinah»' niemals nothwendig. Die Nachbehandlung ist sehr einfach. Der Kranke wird auf die linke Seite mit angezogenen Knien gelagert. Die Wunde wird mit aseptischer Gaze bedeckt und über derselben ein Kissen aus Holz- wolle mittelst Tüchern befestigt. Die Holzwollekissen, welche den Urin und das Wundsekret aufzusaugen haben, müssen öfter im Tage gewechselt werden. Die Heilung dauert unter normalen Verhältnissen 2 bis 3 Wochen. Cystotom von DHin- reiche r.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b2178226x_0238.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


