Die Rohstoffe des Pflanzenreiches : versuch einer technischen Rohstofflehre des Pflanzenreiches / von Dr. Julius Wiesner.
- Wiesner, Julius, 1838-1916.
- Date:
- 1873
Licence: Public Domain Mark
Credit: Die Rohstoffe des Pflanzenreiches : versuch einer technischen Rohstofflehre des Pflanzenreiches / von Dr. Julius Wiesner. Source: Wellcome Collection.
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![Verhalten. Die Dichte variirt von 0,856 bis 0.860, der Siedepuncl von 152 bis 172 C. Das Molekulardrehungsvermögen verschiedener Terpentine ist ebenfalls verschieden; einige sind rechts- andere links- drehend. Auch im Gerüche zeigen sich sehr auffällige Unterschiede. Das ätherische Oel der Schwarzföhre riecht angenehm aromatisch, das flüchtige Oel des Tannenterpentins erinnert im Gerüche an Citronen, das der gemeinen amerikanischen Terpentine riecht unangenehm. Diese flüchtigen Oele sind es, welche den betreffenden Terpentinen und Harzen ihren eigenthtimlichen Geruch verleihen. Man hat bis auf die neueste Zeit im gemeinen Harz mehrere ver- schiedene Harzsäuren nachzuweisen versucht, nämlich eine amorphe Ver- bindung Pininsäure (€4oH6o04) und eine in rhombischen Prismen krystallisi- rende, die Sylvinsäure (€4oH(jo04). Nach Strecker soll erstere nur die amorphe Modification der letzteren sein. Nach den Untersuchungen von Laurent 1] enthielte der französische Terpentin eine der Sylvinsäure nahe- stehende Verbindung, die er Pimarsäure nannte, und nach Unverdor- ben 2) kömmt im Colophonium eine eigenthümliche, aus der Sylvinsäure durch Erhitzung hervorgehende Harzsäure, die Colopholsäure, vor.—Dem entgegen stehen die Untersuchungen von Maly'^), welcher im Terpen- tin, im Fichtenharz und Colophonium nur eine Säure nachwies, nämlich die Abietinsäure (€44H6405) , welche in den genannten Sub- stanzen entweder als solche auftritt oder durch ihr Anhydrid substi- tuirt wird. Die Harzbäume bilden das Anhydrid. An die Luft tre- tend wird dieses durch Wasseraufnahme in Abietinsäure umgewandelt. Beim Schmelzen geht die stets krystallisirende Säure in ihr amorphes Anhydrid über. Fichtenharz enthält also nach Maly Abietinsäure, Colophonium hingegen deren Anhydrid. — Die amorphe Substanz des Fich- tenharzes löst sich in 72proc. Alkohol leicht auf. Sie ist eine in- differente Substanz. Man hat sie früher als Gammaharz des Terpen- tins zum Unterschiede von den beiden sauern Verbindungen des Fichtenharzes, die man früher als Alpha- und Betaharz ansprach, be- zeichnet. Das gemeine Harz findet eine sehr vielseitige Anwendung zu Firnissen, Lacken und Kitten. Es wird auch zum Leimen des Papiers und zur Darstellung von Maschinenschmiere verwendet. Die Verwen- dung des Bräuer- und Boutellienpeches und des Colophoniums sind hinlänglich bekannt. Die harzreichen Holzmassen, welche als Neben- product der Harzgewinnung aus den von den Bäumen abgekratzten 11 ,\nn. Chim. et Pliys. Bd. 65, 68. 2) Pogg. An. Bde. 7, 8, H, U und 17. 3) Silzungsberichle der kais. Akad. der Wissenschaften zu Wien. Bd. 54. p. 121.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21463189_0114.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)
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