Die Rohstoffe des Pflanzenreiches : versuch einer technischen Rohstofflehre des Pflanzenreiches / von Dr. Julius Wiesner.
- Wiesner, Julius, 1838-1916.
- Date:
- 1873
Licence: Public Domain Mark
Credit: Die Rohstoffe des Pflanzenreiches : versuch einer technischen Rohstofflehre des Pflanzenreiches / von Dr. Julius Wiesner. Source: Wellcome Collection.
Provider: This material has been provided by The University of Glasgow Library. The original may be consulted at The University of Glasgow Library.
20/864 (page 8)
![Kilik'iliihp. fasern. Allo Vorsucho, diese Kör])er diirol. che.nisrhe Reaclionen zu iinlerscheideii, scheilerlen an ihrer fast völligen ehen.ischen Gleichheil Die Unterschiede der Stärke- nnd Fasersorten sind beinahe nur in ihren nior])hologisclien VerliäUnissen begiUndel, bei der Stärke in der Form, (Jrösse und im Baue der ^Körnchen, bei den Fasern in ihrer histologischen Zusaumiensetzung: es giebt also hier und hol vielen anderen RohstoHgi-uppen \oraussichtlich gar keinen anderen Weg, der mit Sicherheit zur Unterscheidung dieser äusserlich so gleichartigen Körper führen würde, als den dei- histologischen Characterisirung. Die morphologisch - botanische UnLcrsuchungsniethodc kann aber nicht auf alle vegetabilischen Rohslolle angewendet werden. Wenn sie für die organisirten, d. i. structurbesilzenden Pflanzenslofle auch die einzige oder doch wichligslc ist; so erstreckt sich ihre Anwendbarkeit über die Körper dieser Kategorie kaum hinaus. Die Charcteristik der structurlosen PflanzenslofTe, wie Gummiarien, Harze, Balsame, Kaut- schuk, Guttapercha und viele andere, hat von dieser Methode nur wenig zu erwarten. Indess ohne alle Bedeutung ist sie selbst für diese grosse Rohsloflgruppe nicht. Die meisten der genannten Körper sind nicht so gänzlich frei von aller organischen Structur, oder frei von organisirten Pflanzentheilen; als dass nicht auch an ihnen sich der Werth der Histologie für die Unterscheidung der PflanzenstoH'e ei- proben könnte. Die neuere Forschung hat gelehrt, dass manche Gummiarten, z. B. der Traganth, oder in noch ausgezeichneterer Weise das Moringagummi, nicht w ie n)an früher vermuthete, ])losse Aus- schwitzungen der Pflauzenoi-gane sind , sondern dass sie durch chemische Metamorphose ganzei- Gewebe entstehen.. So kömmt es. dass die beiden genannten Gummiartcni, und noch viele andere ähnliche vegetabilische Rohstofle, Gewebsstinclur besitzen, entweder klar aus- geprägt, oder nur eben erkennbar. Freilich hat diese Structur physio- logisch keine Bedeutung, indem diese Bildungen nur Pseudomorphosen nach Geweben darstellen; aber für die Characteristik dieser Stoffe sind diese Bildungen von grossem Werthe. Sehr viele structurlose Pflanzen- stofie, wie Gummiarten, Harze u. s. w. enthalten Gewebsreste und Zellinhaltsstoile aus den Slanunj)llanzen, deren morphologischeEigenthüm- lichkeiten in sehr zahlreichen Fällen nicht nur für die Characteiislik dieser Körper verwendbar sind, sondern häufig auch auf die wahre Abstammung derselben geführt haben. Dass man sich in der Unter- scheidung sowohl der structurlosen äls auch der struclurbesitzenden Pflanzenslolfe oft mit grossem Vortheile mikrochemischer Reactionen l)edieuen kann, wird der specielle Theil dies Buches genügend dar- legen. Es sei darüber hier nur soviel erwähnt, dass man bei einem gründlichen Studiun) der Rohstoffe wohl immer bestrebt sein wird,](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21463189_0020.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)