Die Rohstoffe des Pflanzenreiches : versuch einer technischen Rohstofflehre des Pflanzenreiches / von Dr. Julius Wiesner.
- Wiesner, Julius, 1838-1916.
- Date:
- 1873
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Credit: Die Rohstoffe des Pflanzenreiches : versuch einer technischen Rohstofflehre des Pflanzenreiches / von Dr. Julius Wiesner. Source: Wellcome Collection.
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![auflösen. Das Gummi der KirschbHume führt nach Schmidt') 52.1 Pioc. Arabin und 34.9 Proc. Cerasin. Die ?Iandelsvvaare besieht gewöhnlich aus dem Gununi von Kir.scii- oder Pflaumenbäumen. 4) Traganth. Gummi Tragacantha.) Diese Gummiarl stammt von strauchartigen y\stragalus-Ärten. Mit Sicherheit kennt man als Traganlhpflanzeu: Aslragahis crelicus Lcmi. und A. P(wnassü Boiss., w elche über Griechenland und Greta verbreitet sind, ferner A. verus Olic, der in Kleinasien und Persien vorkömmt. Der Traganth fliesst freiwillig aus den Stämmen der Traganth- pflanzen aus. Die grossen raeist stark gefärbten klumpigen Massen fliessen freiwillig aus natürlichen Wunden hervor. Die schönen blätt- rigen Formen treten aus künstlichen Einschnitten, die fadenförmigen Traganthkörner aus Stichwunden heraus. Der Traganth ist anfänglich weich, bis halbflüssig: nach 3—4 Tagen erstarrt er zu harten, zähen Massen von klumpen-, blätter- oder fadenförmigen Gestalten. Lange hielt man den Traganth, wie alle Guramiarten, für eine struc- turlose Masse. KützingV^var der erste, welcher Struclurverhältnisse am Traganth auffand, die dieser Beobachter aber irrig, nämlich als Zellen eines Pilzes deutete. II. v. MohP. hat Külzings Beobachtung, dass der Traganth einen gewebeartigen Bau nachw^eisen lasse, bestätigt, aber zudem den wichtigen Nachweis geliefert, dass diese Gummiart durch chemische Metamorphose aus den Cellulosewänden des Markes und der Markstrahlen der Stammpflanzen entsteht. Da die morphologischen Verhältnisse des Mark- und Markstrahlengewebes N crschiedener Astraga- lus-Arten von einander difieriren, und in den Traganthsorten die Struc- turverhältnisse der Stammpflanzen mehr oder weniger deutlich wieder- zufinden sind, so ist begreiflich, dass man wenigstens jene Traganthsorten auf mikroskopischem Wege auseinander zu halten im Stande ist, welche von verschiedenen Astragalusarten abstammen, worauf Wigand (l. c.) zuerst aufmerksam gemacht hat. Die Gestalt der Traganthkörner wurde schon erörtert; je nach der Form der Rindenöff-nungen ist dieselbe faden-, blätterförmig, oder klumpig. Es ist hier nur noch zu bemerken, dass die fadenförmigen Vi Ann. Pharm. 51. 29. 2] t^hilosopliische Botanik. I. p. 203. 3) Botanisctie Zeitung. 1857. p. 32 ff.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21463189_0064.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


