Die Rohstoffe des Pflanzenreiches : versuch einer technischen Rohstofflehre des Pflanzenreiches / von Dr. Julius Wiesner.
- Wiesner, Julius, 1838-1916.
- Date:
- 1873
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Credit: Die Rohstoffe des Pflanzenreiches : versuch einer technischen Rohstofflehre des Pflanzenreiches / von Dr. Julius Wiesner. Source: Wellcome Collection.
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![scheinend und mall glänzend. — Die l)esseren, licht gefärbten Sorten dieser Guniniiarl haben einen faden, schleimigen Geschmack. Die dunkel gefärbten Sorten lassen einen unangenehmen säuerlichen Beigeschmack erkennen. In Wasser lösst sich nur ein Theil des Gummis auf. Der Rück- stand, aus Bassorin bestehend, quillt darin alsbald zu einer Gallerle auf. Die StructurVerhältnisse des Traganths treten am besten hervor, wenn man die für die mikroskopische Beobachtung angefertigten Stücke in eine Flüssigkeil einlegt, welche nicht lösend oder quellend auf die Substanzen der Zellwände einwirken, z. B. in fettes Oel. Alle bis jetzt untersuchten Traganthe zeigten einen zelligen Bau. Die stets stark gequollene Wand jeder Zelle lässt mehr odei' weniger deut- liche Schichtung erkennen. Im Innern der Zellen treten fast immer Stärkeköinchen auf, vereinzelt oder gruppenweise, oft innerhalb der Zellwände ganze Klumpen bildend. Die Stärkekörnchen der Traganth- sorten sind Iheils einfach, iheils zusammengesetzt. Der Durchmesser der einfachen schwankt zwischen 0.004—0.015, reicht jedoch meist nur bis 0.012 Millim. Die zusammengesetzten Körnchen sind aus 2, sel- lener aus 3 bis 4 und noch mehr Thcilkörnchen zusammengesetzt, welche in den Dimensionen mit den einfachen Körnern übereinstinmien. Die sehr häufig vorkommenden Zwillingskörner sind nach dorn bekannten Typus der Tapioca-Stärkekörnehen gebaut. Im polarisineu Lichte betrachtet, erscheinen viele Partien des Traganths in schönen prismatischen Farben, besonders die peripheren Theile der Körner. Dieses Polarisalionsphönomen wird nicht, wie man ver- mulhen könnte durch die geschichteten Zellmembranen, sondern vielmehr durch die Anwesenheit der im Traganlh niemals fehlenden in Wasser lös- lichen Gunnuiart hervorgerufen. Je reichlicher sie vorhanden ist desto schärfer treten bei gekreuzten Nicols die Polarisationsfarben hervor. Chemisches Verhalten des Tranganths. Der Traganlh besieht aus wechselnden Mengen von Bassorin (Traganthin) und einer in Wasser löslichen Gununiart, ferner aus Cellulose, Stärke, Wasser und Mineralbestandtheilen. Manchmal führt er etwas Zucker >). Spuren von organischen Säuren und Farbstoffen sind in den geringen Sorten nachgewiesen worden. - Das Bassorin (vgl. oben) wird gewöhn- lich für quellbar in Wasser aber für unlöslich hierin angesehen. Nach FIückiger's2) neuen Untersuchungen soll es in grossen Mengen Was- sers sich völlig auflösen. Die im Traganlh vorkommende in Wasser lösliche Gummiart, kann trotz ihrer grossen Uebereinstimmung nnt dem Arabin doch mit diesem chemischen Individuum nicht idenlificnt werden, ^ITi^Mg. Arcliiv der Pharmacie. Bd. 82. p. 43, fand in FadentragnnthKrüra- melzucker. 2] Pharmakognosie des Pnanzenreiches. Berlin. 186/. p. i«.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21463189_0066.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


