Die Rohstoffe des Pflanzenreiches : versuch einer technischen Rohstofflehre des Pflanzenreiches / von Dr. Julius Wiesner.
- Wiesner, Julius, 1838-1916.
- Date:
- 1873
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Credit: Die Rohstoffe des Pflanzenreiches : versuch einer technischen Rohstofflehre des Pflanzenreiches / von Dr. Julius Wiesner. Source: Wellcome Collection.
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![scheidet sich der Sterculiatraganth von dem gewöhnlichen, dass das darin vorkommende, in AVasser lösliche Gummi nicht durch Bleizuckei: gefällt wird, sondern dass seine Auflösung erst mit basisch essigsaurem Blei- oxyd eine Träbung giebt. Morphologisch besteht ein grosser Unterschied zwischen Slercuha- und gewöhnlichem Traganth, indem ersterer nach Flückiger's mikroskopischen Untersuchungen, nicht nur keinerlei Struclur- \erhältnisse zeigt, sondern auch keine Stärkekörnchen führt. Die besseren Sorten des Traganths dienen im Kattundruck als Ver- dickungsmidel für Farben, in der Appretur von Seidenwaaren und Spitzen und in der Conditorei, geringe Sorten werden von Schuhmachern zum Glänzendmachen des Sohlenleders verwendet J). — Minder wichtig als die im Vorhergehenden besprochenen Gummi- arien sind das Anacardium-, das Gocos-, Chagual-, Cochlospermum- und Moringagummi. Anacardium - Gummi. Diese Gummiart [gomme cCaccijou] wird auf Martinique, Guadeloupe und in Brasilien gesammelt, und rührt von dem in Westindien und Südamerika häufig vorkommenden Baume, Anacardium occidentale L. her. Sowohl im physikalischen als chemischen Verhalten steht diese Gummi- art dem Acaciengummi am nächsten. Die Farbe dieses Gummi's ist lopasgelb bis braunröthlich. Das Pulver ist weiss bis blassgelbröthlich. Es bricht glasig und glänzt auf frischer Bruchfläche lebhaft. Es ist w^eicher als arabisches Gummi und weniger durchsichtig als dieses. Wie die Lösung des Arabins dreht auch die Lösung des Anacardiumgummi links. . Im Polarisationsmikroskop verhält es sich gleich dem Acacien- gummi. Der gummöse Bestandtheil dieser Gummiart löst sich fast völlig in Wasser zu einer gelblichen stark klebenden Flüssigkeit. In der Auf- lösung des natürlichen Gummi schwimmen kleine braunrolhe Schuppen, nämlich Reste des Rindengew^ebes, ferner kleine Flöckchen, wahrschein- lich Bassorin. Das in Wasser lösliche Gummi besteht aus Arabiu und Dextrin. Das Gummi führt 17.29 Proc. Wasser und liefert 1.22 Proc. Asche. Das Anacardiumgummi ist mit mittleren und geringeren Sorten von arabischem und Senegalgummi gleichwerthig. 2) Schwänen und St oh mann i. c. p. 1 564.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21463189_0069.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


