Vorlesungen über Kinderkrankheiten : ein Handbuch für Aerzte und Studirende.
- Henoch, E. H. (Eduard Heinrich), 1820-1900.
- Date:
- 1897
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Credit: Vorlesungen über Kinderkrankheiten : ein Handbuch für Aerzte und Studirende. Source: Wellcome Collection.
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![lOfi Krntikheiton f1es SnuiOflingsalters. geben, allen anderen vov. Letzteres l)e\virkt hisweilen, zninal im ßoginn der Cur, Erbrechen. Jede andere Einverleibung des Quecksilbers, etwa durch Mercurialisirung der Amme oder gar eines milchgebenden Thiers, halte ich für unstatthaft, und zwar um so mehr, als der üebergang des Quecksilbers in die Milch keineswegs zweifellos ist. AVenigstens zeigten die in dieser Richtung unternommenen Versuche von Kahler^), dass die Milch dreier einer Schmiercur unterworfener Mütter vollkommen frei von Quecksilber war. Einreibungen mit grauer Salbe oder subcutane Injectionen von Sublimat können nur da in Betracht kommen, wo aus- gebreitete syphilitische Hautausschläge nicht vorhanden sind, oder wo intestinale Oomplicationen (Diarrhoe, Erbrechen) den inneren Gebrauch des MercLir verbieten. Alle Kinder, bei denen ich die Inunctionscur mit grauer Salbe in Gebrauch zog, waren schon über das zweite Lebensjahr hinaus und litten an Syphilis recidiva, welche sich im Allgemeinen mehr durch condylomatöse Bildungen als durch ausgebreitete Exantheme charakterisirt (Einreibung von 1,0 bis 2,0 ünguent. einer, täglich). Auch Sublimateinspritzungeu machte ich in diesen Fällen mit gutem Erfolg, worauf ich bei der Betrachtung der Syphilis älterer Kinder zu- rückkommen werde. Von Bädern mit Sublimat (1,0 auf ein Bad) sah ich in zahlreichen Versuchen keine constante Wirkung, und empfehle sie daher nur für Fälle, welche durch vorgeschrittene Atrophie, Erbrechen oder Diarrhoe die innerliche Anwendung des Mercur bedenklich er- scheinen lassen. Condylomatöse Wucherungen wurden mit Calomel bepudert oder, wenn sie bereits geschwürig waren, mit einer Auflösung von Lapis in- fern. (0,5 : 15 Wasser) täglich bepinselt. Letzteres empfehle ich auch für die Nasenschleirahaut, falls die Coryza hartnäckig den inneren Mitteln widersteht; in den meisten Fällen reicht die interne Cur zur Heilung aus. Die eminente Wichtigkeit der natürliclien >]rnährung für syphili- tische Säuglinge wurde schon oben erwähnt. Jede künstliche Ernährung bleibt hier bedenklich, wenn sie auch leider in vielen Fällen nicht zu umgehen ist und, sobald es sich um kräftige Kinder handelt, auch gut vertragen werden kann-). Ist die Mutter selbst syphilitisch, so darf sie auch ihren kranken Säugling ohne Bedenken nähren. Anders verhält 1) Aerztl. Correspondenzbl. 1875. No. 23. ) Im „Hospice des enfants-assistes zu Paris sind auf Parrot's Anregung Versuche mit der Ernährung syphilitischer Kinder durch Eselsmilch, und zwar durch directes Saugen an der Mamma der Eselin, gemacht worden, deren Resultate die der lumstlichen Ernährung bei weitem übertreffen. Yergl. Wins, L'allaitement ä la nourricerie de l'iiospice des enfants-assistes. These. Paris. 1885.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21219084_0120.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


