Vorlesungen über Kinderkrankheiten : ein Handbuch für Aerzte und Studirende.
- Henoch, E. H. (Eduard Heinrich), 1820-1900.
- Date:
- 1897
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Credit: Vorlesungen über Kinderkrankheiten : ein Handbuch für Aerzte und Studirende. Source: Wellcome Collection.
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![Iiäiiiicii, (loch lässl sich ;iiich die iMinviik 11111; \()n Toxinen, die ans dem Darm in die Säfteniasse eindringen, nicht vcin dcv Hand weisen. Trolz- dom sind diese sporadischen FäJh' im AlJgemeiiien nui' selten leial, weil nach der stürmischen Aussiossung der dcletären Dai-mcontenia die Affec- tion meistens aufhört und die gesunkenen Kräfte sich wieder heben. Im Fall eines tödtlichen Ausgangs ergiebt die Section leichte catarrhalische Veränderungen der Magen- und Darmschleimhaut, zuweilen nur eine der allgemeinen Anämie entsprechende enorme Blässe derselben, mit leichter Schwellung der Follikel, bisweilen aber die unter dem Namen der „Magen- erweichung, Gastromalacie bekannte Veränderung. Der geringste Grad besteht in breiartiger Weichheit der Schleimhaut des Fundus, auch wohl der hinteren Magenwand, die sich mit dem Scalpelstiel wie eine dicke Gummilösung abstreifen lässt. Es sind also gerade solche Partien betroffen, welche bei der gewöhnlichen Lage der Leichen am stärksten der Einwirkung der Magencontenta ausgesetzt sind. Seltener greift die Erweichung durch alle Häute des Magens hindurch, welche dann an der betreffenden Stelle in eine graue, röthliche oder schwarzbraune, halbdurch- sichtige Gallerte verwandelt sind, die einen Geruch nach Buttersäure hat und das Lakmuspapier röthet. Meistens wird sie noch durch den serösen Ueberzug zusammengehalten, doch kann auch dieser vor der Section einreissen, und man findet dann an der Stelle des Fundus nur ]ioch einzelne, mit den gallertigen Massen und dem Mageninhalt ^er- mischte Reste der Serosa. Von Entzündung ist nirgends eine Spur; das Microscop ergiebt in den erweichten Partien nur eine schleimartige, von Epithelzellen durchsetzte Substanz, und einzelne noch iiitacte, mit dankelen Gerinnseln angefüllte Blutgefässe. Es handelt sich hier um eine post- mortale Selbst Verdauung der Magenwand durch die Contenta, welche also nur da erwartet werden kann, wo noch Nahrungsmittel genossen worden und der Tod während der Digestion erfolgt ist. Daraus erklärt sich, dass mitunter nicht nur der Magenfundus, sondern auch die angren- zenden Organe, Milz, linke Niere, Netz, Zwerchfell, selbst der untei'e Lappen der linken Lunge, mehr oder weniger verdaut und erweicht an- getroffen werden. Dass man früher diese Alteration als eine krankhafte betrachtet und mit einem bestimmten Symptomencomplex ausgestattet hat, der mit unserer acuten Dyspepsie oder Cholera vollständig überein- stimmt ^ erklärt sich eben daraus, dass gerade bei diesen Krankheiten anomale GährungsVorgänge der Magencontenta die Hauptrolle spielen, deren deletäre Einwirkung auf die Wandung nach dem Tode leichter eintreten wird, als bei anderen krankhaften Zuständen. Die verderblichen Folgen, welche wir aus einer in ihren Anfängen](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21219084_0134.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


