Vorlesungen über Kinderkrankheiten : ein Handbuch für Aerzte und Studirende.
- Henoch, E. H. (Eduard Heinrich), 1820-1900.
- Date:
- 1897
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Credit: Vorlesungen über Kinderkrankheiten : ein Handbuch für Aerzte und Studirende. Source: Wellcome Collection.
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![(liiiiis auch der cIcikIc Ziisiaiid dn- nicislcii in iiiiscfci' Saiiiiliiiiisalillii'i- luii^- bcfindliclicn Kinder die Schuld tragen iiiochtc. Was die medicamentöse l)ehand]nng betrifft, so cnipfelile i(di in Crisclieii Fällen von Dyspepsie, die nicht übei- eine Woche aJt sind, mögen sie sich luin durch Erbrechen, Diarrhoe oder durch beides knnd- geben, als erstes Mittel Cal.omcl (je nach dem Alter der Kinder in der Dosis von 0,005 bis 0,01 3stündlich mit Pulv. gummös. 0,5 [F. 2]). [)i(^ Wirkung dieses Mittels ist wahrscheinlich eine antifermentaiive, ohne dass sich über die Art derselben etwas bestimmtes sagen liesse. Die Ansicht, nach welcher sich Calomel durch das Chlornatrinm des Magen- und Darminhalts in Sublimat umwandeln soll, ist nur in soweit richtig, als diese Umwandelung sehr allmälig und überhaupt nur dann stattfindet, wenn grosse Mengen Calomel lange im Darm verweilen. Beides trifft aber für unseren Fall nicht zu. Halten wir uns daher an die praktisch festgestellte therapeutische Wirkung! Nachlass des Erbrechens, Yerbesse- rung der Stühle (Abnahme des Foetors und breiigere Beschaffenheit der- selben) treten häufig schon am zweiten oder dritten Tag des Gebrauchs hervor, und in einer Reihe von Fällen bedarf es dann keines anderen Mittels. Vielleicht muss die, wenn auch nur geringe abführende Wir- kung, welche selbst so kleine Oalomeldosen bei Säuglingen haben, als günstige Nebenwirkung aufgefasst werden, weil es in den betreffenden Fällen doch zunächst darauf ankommt, die anomalen Darmcontenta so schnell als möglich aus dem Organismus zu entfernen. Hat die Affection schon eine A¥oche oder länger bestanden, so darf man sich vom Calomel niclit mehr So 'günstige Erfolge versprechen, wie in frischen Fällen, doch ist das Mittel auch dann noch zu versuchen. Wenigstens habe ich nie eine nachtheilige Wirkung desselben beobachtet^). Dem Calomel zunächst steht die Salzsäure (F. 3), welche Sie auch in nicht mehr ganz frischen Fällen mit Erfolg anwenden können. Sie wirkt, wie die Versuche von Schottin-) ergeben, gährungswidrig. Er zeigte an gährenden in einer Biiitmaschine befindlichen Flüssigkeiten, dass sowohl Milch- wie Buitersäuregährung durch Zusatz von Schwefel- säure sofort sistirt wird und erst wieder beginnt, nachdem die Säure durch ein Alkali abgestumpft ist. „Die Salzsäure wirkt entschieden nocii günstiger, weil sie daneben noch die Protei'nsubstanzcn im klagen ^) VergicicJie ülier die \Virl\uiii!,' des Calomol auf lialiruiiyspruces^o u. s. \v. AVassilieff, Zeitschr. f. pliysiol. Clicmii. VI. S. U± -) Köhler, Hamib. der pliysiol. Therapeulik. Gniliiinei,. IHTC S. ,SS2.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21219084_0139.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


