Vorlesungen über Kinderkrankheiten : ein Handbuch für Aerzte und Studirende.
- Henoch, E. H. (Eduard Heinrich), 1820-1900.
- Date:
- 1897
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Credit: Vorlesungen über Kinderkrankheiten : ein Handbuch für Aerzte und Studirende. Source: Wellcome Collection.
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![der Pficgorin, die das Kind stützt und fcstliält, und dnivli die volle Be- leuchtung wesentliche Hülfe gewährt. Nicht selten widefstrebt aber das Kind den Händen, die es halten wollen, bewegt und windet sich hin und her, und bereitet dadurch gerade der Pei'cussion und Auscu]tati(^n die grössten Schwiei'igkeiten. Man hat daher versucht mit einem Ste- thoscop, dessen Röhre durch einen Gummischlauch gebildet wird, diesen Bewegungen zu folgen, und dies gelingt allerdings leichter, als mit einem soliden Instrument: ich habe indess nach vielen Versuchen jene Stetho- scope aufgegeben, weil sie oft störende Nebengeräusche erzeugten, und empfehle llinen nur unser gewöhnliches Stethoscop, dessen unteres Ende Sie während der Untersuchung immer zwischen den Fingern haben müssen, einmal um sicher zu sein, dass es sich überall im Contact mit der Brustwand befindet, dann aber auch, um nicht mit dem Kopf einen zu gewaltsamen Druck auf den Thorax auszuüben, welcher sofort Schreien hervorruft. Ein Gummirand, um diesen Druck zu mildern, ist für das untere Ende zu empfehlen, muss aber öfters erneuert werden, weil er in abgebrauchtem Zustand knarrende Nebengeräusche hervorbringt. Bei sehr unruhigen Kindern kann man besser mit dem unbewaffneten Ohr auscultiren, welches auch stärkeren Bewegungen der Patienten mit Leich- tigkeit folgt, wenn nur der üntersucher, den Thorax des Kindes um- fassend, seinen Kopf anhaltend im Contact mit demselben erhält. Viele Aerzte glauben mit der Untersuchung der Rückenfläche ihre Pflicht erfüllt zu haben; ich fordere Sie dringend auf, in keinem Fall die V^order- und Seitenfläche zu vernachlässigen. Nicht selten fand ich die Zeichen einer Pneumonie unterhalb der Clavicula, während hinten alles normal-war, und der zungenförmige Fortsatz der linken Lunge, welcher sich über das Pericardium legt, liess mich oft feine Rasselgeräusche hören, die an anderen Stellen des Thorax noch gar nicht oder weit un- deutlicher wahrgenommen wurden. Die Vorderfläche mögen Sie in sitzender oder liegender Stellung, letzteres besonders bei sehr jungen Kindern, untersuchen; die Rückenfläche aber nur im Sitzen oder in der Seitenlage, niemals in der Bauchlage. Durch die Compression des Abdomen müssen in diesem Fall die Baucheingeweide und das Zwerchfell aufwärts gedrängt und der Thoraxraum beschränkt werden, was bei einer bereits vorhandenen Erkrankung der Athmungsoi-gane die Dyspnoe bis zur Asphyxie steigern kann. Die Percussion erregt bei vielen Kindern mehr Unbehagen, als die Auscultation, und das durch erstere hervorgei-ul'ene Geschrei beein- trächtigt in hohem Grade die Klarheit der Resultate. Ausserdem hat](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21219084_0019.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


