Vorlesungen über Kinderkrankheiten : ein Handbuch für Aerzte und Studirende.
- Henoch, E. H. (Eduard Heinrich), 1820-1900.
- Date:
- 1897
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Credit: Vorlesungen über Kinderkrankheiten : ein Handbuch für Aerzte und Studirende. Source: Wellcome Collection.
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![tet, wclclic Monate anhielt, bei sonst iini^estörtem AVoliibcfinclen, und allmälig mit dem Ende der Zalmung- der norniai(m Fro(|ii('iiz Platz machte, liier konnte nur von ciniM' vellectorischcn l']n'eiiunii il<'s i-(,\s|)i- ratorischeii Centjanris die Jlede sein. Audi im Verlauf des Keuchhustens \md der ßronchialdrüsentuberculosc kommen solche Erscheinunaen vor- übergehend vor. Von grosser Bedeutung aber ist es, wenn die Ailicni- ziige nicht blos rascher und oberflächlicher, sondern gleichzeitig müh- samer erscheinen, wenn, gewisse Hülfsrauskeln in Thätigkeit ti-eten und die Exspiration stöhnend wird. Nur selten werden Sie unter diesen Umständen bei der physikalischen Untersucliung die Befunde einer Bi-on- chitis, Pneumonie, Pleuritis u. s. w. vermissen. Bedenklich bleibt immer die laryngoscopische Untersuchung. AVälirend bei sehr jungen Kindern von dieser kaum die Rede sein kann, findet der Arzt auch bei älteren, wenn nicht immer, doch in der Regel einen nur schwer zu überwindenden AViderstand. Durch anästhesirende Bepinselung des Pharynx- und Larynxeingangs mit einer Coca'inlösung (5—10 proc.) kann man sich die Einführung des Spiegels erleichtern; aber wenn es auch gelingt, ihn richtig einzuführen und in der erforder- lichen Lage festzuhalten, so wird seine Fläche durch das beim Schreien, Husten oder Würgen aus den Rachentheilen aufwärts geschleuderte Secret bald in einer Weise getrübt, dass kein deutliches Bild zu gewinnen ist. Obwohl ich nicht in Abrede stellen will, dass die Exploration unter günstigen Verhältnissen gelingt, so muss ich doch dabei beharren, dass sie in einer weit grösseren Zahl von Fällen keine oder nur unsichere Resultate ergiebt^). Weit unzuverlässiger sind die Schlüsse, welche ältere Autoren aus.dem Charakter des Geschreis ziehen wollten. Nur der Heiserkeit desselben oder seiner Ersetzung durch schmerzliches Wimmern kann ich eine praktische Bedeutung zuerkennen. Dass Neugeborene beim Schreien keine Thränen vergiessen, wird Ihnen bekannt sein; es muss also die Secretion der Thränendrüsen um diese Zeit noch ebenso mangelhaft sein, wie die der Speicheldrüsen, wovon später die Rede sein wird. Die Untersuchung der Mund- und Rachenhöhle bietet bei einiger Uebung nur selten Schwierigkeiten dar. Oeffnet das Kind, wenn man es dazu auffordert, nicht von selbst den Mund, so thut man am besten, mit dem Zeigefinger die kindliche Unterlippe über den unteren Kiefer- ^) Ueber die Autoscopie der Luftwege, welche bei Kindern gute Ivesultale geben soll, habeich keine Erfahrung. S. Kirstein, Therap. Monatsh. Juli 18%,](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21219084_0023.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


