Vorlesungen über Kinderkrankheiten : ein Handbuch für Aerzte und Studirende.
- Henoch, E. H. (Eduard Heinrich), 1820-1900.
- Date:
- 1897
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Credit: Vorlesungen über Kinderkrankheiten : ein Handbuch für Aerzte und Studirende. Source: Wellcome Collection.
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![pai'iicii am släfkslcn, so dass Penis, iScrol,iijn, \'u]va, Aiiizciilidci', Hände und Füsse nicht nni- iierötliet, sondern crheblicli tumescirt erscheinen. .Linien, die mit dem Fingernagel oder einem stumpfen Gegenstand auf dei' rothen Haut gezogen werden, bleiben als weisse Streifen lange siclit- bar, in einem meiner Fälle über eine Viertelstunde. Wie bei jeder Wanderrose sehen wir auch hier während des allmäligen Fortschreitens der Rüthe die früher befallenen Hautpartien erblassen, und daher kommt es, dass bisweilen Brust und Hals nebst den Unterschenkeln nocJi l)lühend roth erscheinen, während die dazwischen liegenden Theile ihre normale Farbe wieder angenommen haben, was indess nicht ausschliesst, dass letztere noch einmal, gleichsam rückläufig, vom Erysipel ergriffen werden. So wurde bei einem fünf wöchentlichen Kinde, welches seit 3 A¥ochen an einem den ganzen Körper fast bis zum Nacken überziehen- den Erysipclas litt, plötzlich noch einmal das Scrotum befallen. Im Stadium der Abnahme, wenn die Wanderung aufgehört hat, findet man daher nicht selten ungleichmässig verbreitete, nicht mehr continuirliche, sondern vielfach isolirte inselförmige Röthungen, theils auf der Brust, tlieils auf dem Rücken oder den Extremitäten, zwischen denen die Haut normal gefärbt, mehr oder weniger ödematös und mit desquamirten Epidermisfetzen oder Blasenresten bedeckt erscheint. Nach völliger Er- blassung bleibt bisweilen auch ein über die ganze Haut verbreitetes Oedem zurück, und in Fällen, welche dem Arzt erst in diesem Stadium zugeführt werden, können Zweifel über die Natur des Oedems entstehen, welche nur durch die Geschichte der Krankheit und durch die gleich- zeitig vorhandenen Spuren von Desquamation gelöst werden. In allen. Fällen besteht remittirendes Fieber, wobei die Abend- temperatur auf 39—41° steigen kann, die Morgentemperatur etwa 1° weniger beträgt. Der Puls ist äusserst schnell (bis 170 und mehr) und klein, der Athem entsprechend beschleunigt und oberflächlich. Viele Kinder verweigern schon frühzeitig die Nahrung, besonders die Brust, während sie mittelst des Theelöffels noch Milch zu sich nehmen. Andere sah ich an der Brust fast so gut wie im gesunden Zustand trinken. Mit dem Stillstand des Erysipels geht das Fieber meistens schnell zu- rück und das Kind erholt sich mehr oder minder rasch. Im entgegen- gesetzten Fall aber, wenn die Rose ihre AVanderung über die Hautober- fläche weiter und weiter fortsetzt, treten leicht unter andauerndem Fieber Complicationen mit krankhaften Zuständen innerer Theile hinzu, welche dem Leben ein Ziel setzen, besonders copiöse Diarrhoe, Pneumonie und Peritonitis. Letztere beobachtete ich auch in zwei (nicht puerperalen) Fällen, mit bedeutender Ausdehnung, Spannung und Empfindlichkeit des](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21219084_0055.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


