Atlas der Geisteskrankheiten : im Anschluss an Sommer's Diagnostik der Geisteskrankheiten / von Dr. A. Alber ; mit einem Vorwort von R. Sommer ; mit 110 Illustrationen.
- Alber, August.
- Date:
- 1902
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Credit: Atlas der Geisteskrankheiten : im Anschluss an Sommer's Diagnostik der Geisteskrankheiten / von Dr. A. Alber ; mit einem Vorwort von R. Sommer ; mit 110 Illustrationen. Source: Wellcome Collection.
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![tümlichkeiten wiederzugeben. Hier erhoben sich naturgemäss Schwierigkeiten aller Art, teilweise bedingt durch die Lichtverhältnisse der Krankenräume, teilweise durch das Verhalten der Kranken selbst. Im allgemeinen wurde grundsätzlich an den Forderungen festgehalten, welche Sommer für psychiatrische Aufnahmen formuliert hat.1) Demzufolge wurden die photo- graphischen Aufnahmen nach Möglichkeit an Ort und Stelle gemacht, d. h. der Kranke wurde, wenn es die Lichtverhältnisse irgend wie erlaubten, an dem Platze aufgenommen, an dem er sich gewöhnlich befand. War dies nicht an- gängig, so wurde versucht, den Patienten durch die Verbringung in einen anderen Raum (gewöhnlich das ärztliche Untersuchungszimmer) in seinem Ver- halten nicht allzusehr zu beeinflussen. Dies wurde häufig dadurch erreicht, dass der Apparat nicht sofort nach der Ueberführung in Thätigkeit gesetzt wurde, sondern erst versucht wurde, den Patienten durch Unterhaltung u. dgl. abzulenken und das häufig auftretende Misstrauen zu beseitigen. Als Aufnahme-Apparat diente eine Stativ-Camera 13 x 18 mit stereo- skopischer Einrichtung von Dr. Winzer & Co. in Dresden. Dieselbe war mit zwei sehr lichtstarken Steinheiischen Orthostigmaten F = 6,8 ausgerüstet. Als Momentverschluss wurde der Thornton-Pickard-Verschluss verwendet. Von Trockenplatten wurden meist die sogenannten Errtee-Platten von Romain Talbot in Berlin benutzt. Die letztgenannte Firma lieferte auch das empfehlenswerte Sylvio- Positiv -Papier. Entwickelt wurde gewöhnlich mit Methol. Sämtliche technischen Arbeiten hat der Verfasser selbst ausgeführt. Die Aufnahmen selbst sind meist Tageslicht- und Momentaufnahmen. Wenn die Lichtverhältnisse schlechte waren, wurde nach dem Vorgange Sommers-) mit Erfolg Magnesiumlicht zur Ergänzung der Lichtstärke ange- wendet. Bei den meisten Aufnahmen ist eine Beleuchtung von vorne nach Möglichkeit vermieden. Durch ein gerade auffallendes Licht werden die feineren Innervationen der Gesichts- und Stirnmuskulatur häufig völlig ver- wischt, während die leichte Schattenbildung, welche schief auffallendes Licht verursacht, die Furchen der Haut z. B. deutlich heraushebt. Die in dem Atlas enthaltenen Porträts stellen in der überwiegenden Mehrzahl Patienten der Klinik dar. Die Gehirnabbildungen sind nach Präpa- raten der pathologisch-anatomischen Sammlung der Klinik hergestellt, die Schädelbilder habe ich mit einer Ausnahme der klinischen Schädelsammlung3) entnommen. Die Gruppierung der Bilder ist im allgemeinen der Einteilung der Geisteskrankheiten angeschlossen, welcher Sommer in seiner psychiatrischen Diagnostik4) gefolgt ist. Nur der Platz für die periodischen Geistesstörungen hat sich etwas verschoben. ]) Vergl. Sommer, Lehrbuch der psychopathologischen Untersuchungsmethoden 1899, S. 6. a) Vergl. Sommer, ibidem. 3) Geschenk des Herrn Obermedicinalrates von Holder in Stuttgart. 4) Vergl. Sommer, Diagnostik der Geisteskrankheiten, zweite Auflage 1901, Verlag von Urban & Schwarzenberg, Berlin und Wien.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21176954_0012.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)