Rationelle behandlung der gicht und steinkrankheiten / von Dr. Otto Ewich.
- Ewich, Otto.
- Date:
- 1883
Licence: Public Domain Mark
Credit: Rationelle behandlung der gicht und steinkrankheiten / von Dr. Otto Ewich. Source: Wellcome Collection.
Provider: This material has been provided by the Augustus C. Long Health Sciences Library at Columbia University and Columbia University Libraries/Information Services, through the Medical Heritage Library. The original may be consulted at the the Augustus C. Long Health Sciences Library at Columbia University and Columbia University.
105/120 (page 89)
![Erdige Phosphate erschienen sehr reichlich nach ge- mischter und mehlhaltiger Kost, normal nach Fleisch, Fisch, Milch und Herhaceen, in geringer Menge nach Eiern, Leimsub- stanzen, Bouillon und Obst. Alkalische Phosphate waren sehr reichlich nach ge- mischter Kost und Fischen, normal nach Fleisch, Milch, Eiern; in geringer Menge nach Leimsubstanzen, Bouillon, Mehlspeisen^ Herhaceen und Obst. Z u c k e r h a 11 i g bis zu 6^/0 wurde der Urin schon 4 Stunden nach Genuss von 1/2 Kilogrm. Rohrzucker. Demnach hält Cantani blosse Milch, blosse Cerealien, sowie Essig für die stärksten. Fleisch, Fisch, Eier, Rohr- zucker für minderstarke, Obst für schwächere, Leim- substanzen, Herhaceen und Leguminosen für sehr schwache Säurebildner, derart, dass bei den letzteren der Urin manch- mal alkalisch werden kann. In leichteren Fällen, wo die harnsaure Steinbildung nicht auf harnsaurer Dyskrasie oder gichtischer Diathese, sondern auf excessiverAcidität des Urins beruht, genüge es, die Diät auf Fleisch, Eier, Fische, Bouillon, Leimsubstanzen, Her- haceen, Leguminosen und süsses Obst zu beschränken; mehl- haltige Cerealien aber erst nach Wochen und nur so lange zu gestatten, als sich keine freie Harnsäure im Urin niederschlage. Etwaige Magencatarrhe und Indigestionen mit saurer Grährung bekämpft Cantani mit Magnesia oder Aqua calcis und empfiehlt zur Verhütung quantitativ knappe Diät. Beruht die harnsaure Steinbildung auf harnsaurer Dys- krasie, mit oder ohne Gicht, so lässt er wie bei der Gicht die Diät auf 2 — 3 Monate hindurch auf Fleisch, Fisch, Eier, grüne Gemüse und Bouillon beschränken, auch von Zeit zu Zeit dieses Regime wiederholen; in der Zwischenzeit ge- stattet er die obenerwähnte Diät und als Säure Citronensaft (wegen Reichthums an citronensaurem Kali). Für immer ver- boten bleiben Milchgerichte und Käse. Auch zur Beschrän- kun[g excessiver Harnsäurebildung hält Cantani neben dieser Diät den Gebrauch der Alkalien und alkalischer ]\Iineral- wasser für angemessen, da diese zur Verbrennung der Albu- minate, also zur Verminderung der Harnsäure und zur Harn-](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21222988_0105.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)