Rationelle behandlung der gicht und steinkrankheiten / von Dr. Otto Ewich.
- Ewich, Otto.
- Date:
- 1883
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Credit: Rationelle behandlung der gicht und steinkrankheiten / von Dr. Otto Ewich. Source: Wellcome Collection.
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![tisch wic h t ig en F o r 111 e n kurz besprechen. Die Eintheiluiig nach dem Sitz der Aftectiou in Podagra, Gonagra, Omagra, Clcidagra, Peschiagra, Chiragra etc. ist schon eine sehr alte. Die acuten und regulären sthenischen Gicht- anfälle zeigen sich mit cigenthümlicher Vorliebe an gewissen Gelenken, namentlich der Fasse und Hände. Dieselben beginnen in der Regel des Nachts mit plötzlichen heftigen Schmerzen, die JMorgens nachlassen, um gegen ]\Iittag und in der Nacht wieder gesteigert zu werden. Die Gegend des befallenen Gelenkes zeigt dunkele Purpurröthe mit glänzender Oberfläche und in der Um- gebung inflammatorisches Oedem, das dem Fingerdruck nicht nachgiebt. Dazu gesellt sich Fieber mit Entleerung eines spar- samen concentrirten scdimentirenden Urines, der anfänglich wenig, später in der Defervescenz viel Harnsäure enthält. Der Appetit ist bisweilen gut, manchmal besteht Indigestion und oft Ver- stopfung. Meist verläuft der Anfall in 3—6 —10 Tagen und der Kranke bleibt dann nicht selten lange Zeit verschont. Mit Aufliören des Schmerzes vermindern sich allmählig Spannung, Rüthe und Schwellung, welch letztere nun dem Fingerdruck nachgiebt; hiernächst erfolgt Jucken, Abschwellung und Abschilferung der Haut, während das Gelenk noch längere Zeit empfindlich bleibt. In der Regel wird das Metatarsal-Phalangal-Gelenk der grossen Zehe zuerst und wiederholt ergriffen, später auch andere Gelenke der unteren und oberen Extremitäten. Garrod theilt S. 12 eine von C, Scudamore aufgestellte Liste mit, nach welcher unter 516 Gichtanfällen die grosse Zehe allein 314 Mal, beide grossen Zehen 27 Mal, eine grosse Zehe neben anderen Gelenken 30 Mal ergriffen waren; die andern 145 Fälle vertheilten sich auf andere Stellen am Fusse (äussere Seite, Rist, Sohle, Knöchel, Achillessehne), so wie auf Knie-, Hand-, Finger- und Ellenbogen-Gelenke. Tritt die Gicht fieberlos, weniger intensiv auf, so nennen wir sie acut-asthenisch, gehen häufig sich wiederholende acute fieberlose Anfälle in einander über, so charakterisirt dies die c h r o n i s c h e Gicht, In Folge der wiederholten gichtischen Ablagerungen, welche in die Gewebe eindringen, bleiben die Gelenke schwerbeweglich und es bilden sich schliesslich per-](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21222988_0022.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)