Rationelle behandlung der gicht und steinkrankheiten / von Dr. Otto Ewich.
- Ewich, Otto.
- Date:
- 1883
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Credit: Rationelle behandlung der gicht und steinkrankheiten / von Dr. Otto Ewich. Source: Wellcome Collection.
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![mehrt gefunden, gestatte ich mir dahin zu berichtigen, dass in Garrod's Schrift S. 85—91 neun Fälle verzeichnet stehen, in denen er auch in der anfallfreien Zeit das Blut reich an Harnsäure fand. Gerade dieser Befund ist es, der mich seit 20 Jahren geleitet hat, meinen sehr zahlreichen Gichtkranken, auch während der anfallfrcicn Zeit den Gehrnuch meiner Natron-Lithion-Wasser oder Natron-Wasser zur Prophylaxe anzurathen, um perio- disch die Harnsäure in na scendo zu binden. In Bezug auf das Vorkommen von Uratablagerungen an anomalen Stellen, theilt Ebstein S. 122 mit, dass Lanze- reaux harnsaure Infiltrationen an den Herzklappen, und Bramson (S. 123) solche Depots in der Aorta als Verknöcherungen ge- funden und letzterer dies durch die ]\Iurexidprobe sicher gestellt habe. Die neuesten Forschungen bestätigten, dass auch auf den Häuten des Geliirns und Rückenmarks Uratablagerungen vor- kommen, so z. B. fand A, Olli vier solche in der Dura mater spinalis vom 3. Halswirbel bis zum Kreuzbein und in den Wurzel- scheiden der Rückenmarksnerven als weisse Knötchen (S. 124). Hier werden aber die Nekroseheerde gefehlt haben. Was nun die Harnstoffbildung aus der Harnsäure anbelangt, so sind verschiedene Autoren der Ansicht, dass nicht aller Harnstoff aus der Oxydation der Harnsäure herrühre. Führer verlegt einen solchen Bildungsprocess des Harnstoffes in die Milz, Meissner in die Leber, Cantani (S. 113) in das Capillarnetz und die histologischen Elemente aller Organe und Gewebe des Organismus, wo immer Consum und Oxydation statt- findet. Dadurch fände auch die beträchtliche Vermehrung des Harnstoffs im Fieber, ohne eine dem entsprechende Harnsäure- vermehrung ihre Erklärung. Benecke glaubt, dass Harnsäure und Harnstoff von verschiedenen Materialien abstammen könne. Cantani meint, dass der Harnstoff grösstentheils aus der Ver- brennung des Organeiweisses, die Harnsäure mehr aus derjenigen des circulirenden Eiweisses entstehe. Durch ganz ausschliessliche Diät mit Kalbsfüssen ermittelte Cantani bei wohlbewachten Patienten, dass Leimsubstanzen eine sehr grosse Menge Harn- stoff und sehr wenig oder gar keine Harnsäure lieferten, wohin- gegen bei Ernährung durch Albuminate mit Kohlenhydraten so-](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21222988_0038.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)