Rationelle behandlung der gicht und steinkrankheiten / von Dr. Otto Ewich.
- Ewich, Otto.
- Date:
- 1883
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Credit: Rationelle behandlung der gicht und steinkrankheiten / von Dr. Otto Ewich. Source: Wellcome Collection.
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![tlieilteii Fällen durchgeführt hat, „in praxi damit begnügen, die Diätvorschrift für eine gewisse Zeit, für einige ]\[onate ohne Unterbrechung mit grüsstmüglichster Strenge befolgen zu lassen und für den Rest des ganzen Lebens die möglichste Einschränkung in dem Genuss jener Speisen anzuordnen, welche dem Gichtiker nicht gut bekommen und seiner Constitution schädlich sind. Dadurch könne man die anomale Ernährungstendenz der an der Gicht erkrankten Gewebe etwas corrigiren, so dass später auch andere Speisen besser ertragen würden. In ganz analoger Weise gelinge dies beim Diabetes rücksichtlich der zeitweise strengen Entziehung der Kohlenhydrate, wo demnächst bei deren massigem Genüsse der Zucker nicht wieder erscheine. Die Menge des Fleisches und die Menge der Albuminate, die der Gichtiker essen dürfe, müsse eine beschränkte, das Bedürfniss der Ernährung und des Hungerstillens nicht übersteigende sein. Die Diät soll demgemäss exclusiv aus Fleisch, Fisch, leimgebenden Substanzen, Eiern, Bouillon und solchen grünen Gemüsen bestehen, die reich an alkalischen Salzen, arm an Stärke und Zucker, und andern nährenden Substanzen sind. Das Quantum soll, wie vorbemerkt, die Stillung des Hungers nie überschreiten, damit der Organismus gezwungen wird, sich jener Albuminate behufs AVärmeproduktion und Respiration zu bedienen, so dass vollständige Verbrennung ermöglicht und ein Stillstehen auf der Stufe der Harnsäure verhindert wird. Wir sollen uns immer daran erinnern, dass reine Carnivoren nach Kühne kaum geringe Spuren oder gar keine Harnsäure, sondern nur Harnstoff im Urin haben. Kohlenhydrate und Fette sind auf einige Monate möglichst zu meiden, weil sie als vorzügliches Brennmaterial die organische Verbrennung der, in den obengenannten erlaubten Nahrungsmitteln enthaltenen Albuminate, verzögern also sparen, auch im Organismus Säure erzeugen. Es gehören dahin nament- lich die mehlhaltigen Speisen wie Brod, Mehlspeise, Reis, Kar- toffeln etc., ebenso die zuckerhaltigen, also Süssigkeiten, süsse Gelees und Obst, das Zucker oder Fruchtsäuren enthält, ferner die Dextrine, die Gummiarten und Pectinstoffe. Mit grösster Strenge sind die Säuren zu meiden, auch die süsssauren aromatischen Sauden, Citronen, Tomaten; dann auch Milch,](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21222988_0044.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)