Rationelle behandlung der gicht und steinkrankheiten / von Dr. Otto Ewich.
- Ewich, Otto.
- Date:
- 1883
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Credit: Rationelle behandlung der gicht und steinkrankheiten / von Dr. Otto Ewich. Source: Wellcome Collection.
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![vorschreibt, beruht wesentlich auf den Cantani'schen Principien. Er gestattet Fleischnahrung mit der entsprechenden Menge V on Fett, auch ]\Iark und Butter; dies letztere aus dem Grunde, weil Fette das N a h r u n g s b e d ii r f n i s s verringerten und darum leichter consuniirt Avürden, auch schützten sie das Eiweiss weniger vor gänzlichem Zerfall, als die Kohlenhydrate. Darum beschränkt er die letzteren auf ein Greringes, indem er pro Tag höchstens 80—100 Grm. Brod erlaubt, aber Älehlspeisen, Kartoffeln, Rüben und Zucker strenge verbietet. Als Gemüse empfiehlt er Legumi- nosen (ohne Hülsen), Spinat, Blumenkohl, Rosenkohl. Dabei gestattet er 1—2 Glas Wein pro Tag, verbietet aber das Bier. Dies sei auch seine den Fettleibigen vorgeschriebene Diät. 2. Aufenthalt in frischer Luft, sei es im Hause oder im Freien, fördert den Stoffwechsel, der Aufenthalt in staubfreier Gebirgsluft verdient den Vorzug. Kann der Gichtiker wenigstens im Winter in einem gemässigten Klima leben, so ist das, um Erkältungen zu vermeiden, dem nasskalten vor- zuziehen. Ein reichliches Maass von körperlicher und geistiger Ar- beit ohne Ueberanstrengung hältCantani für empfehlenswerth. Angemessene Muskelthätigkeit consumire nicht nur viele Albumi- nate, sondern auch viel Glycogen, Zucker und Paramilchsäure, welche hierdurch zu Kohlensäure und Wasser verbrannt werde, auch anstrengende und fortgesetzte geistige Thätigkeit, zumal wenn sie rechtzeitig mit Muskelarbeit abwechsele, verzehre viel Albumi- nate. Er räth dem Gichtiker früh aufzustehen, wenig und nach Tische gar nicht zu schlafen, täglich mehrere Stunden spazieren zu gehen und sich dabei vor Erkältungen zu hüten. Ebstein empfiehlt den an Bewegung verhinderten Gichtikern das Frottiren mit trocknen resp. nassen Tüchern, in geeigneten Fällen auch die Massage. 3. Reichlicher Wassergenuss. Die Behandlung der Gicht mit heissem Wasser nach Cadet de Vaux hat eine geschichtliche Berühmtheit erlangt, konnte sich aber nicht lange erhalten, da die vorgeschriebenen grossen Mengen Dilatation und Torpor des Magens begünstigten und beim Anfall während des Fiebers gereicht, bei etwa vorhandener Endar-](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21222988_0046.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)