Rationelle behandlung der gicht und steinkrankheiten / von Dr. Otto Ewich.
- Ewich, Otto.
- Date:
- 1883
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Credit: Rationelle behandlung der gicht und steinkrankheiten / von Dr. Otto Ewich. Source: Wellcome Collection.
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![nach chemischen Gesetzen im Ueberschuss, also als treie mit circulircn muss, und nicht das Gift ist, als welches L e n d e r sie angeschuldigt hatte. Sic besitzt aber auch die vortreffliche Eigenschaft, die Bewegungsnerven der willkürlichen und unwill- kürlichen ]\[uskeln zu reizen, die Blutcirculation auch in den Capillaren zu beschleunigen, den Appetit zu reizen, die Ver- dauung zu beleben, nervöse Abspannung zu beseitigen und den Geist zu erheitern, wie der geneigte Leser an sich selbst wohl häufig zu beobachten Gelegenheit gehabt hat. In den Mineralquellen ist die freie Kohlensäure als Geschmacks- corrigens ein willkommener, und bei Anwesenheit von Kalk- und Magnesia-Bicarbonaten ein nothwendiger Bestandtheil; auch bin ich der Ansicht, dass alle vorgenannten Mineralwasser-Be- standtheile in Begleitung reichlicher freier Kohlensäure, welche alle Carbonate zu Bicarbonaten macht, wegen ihrer obengenannten Eigenschaften sicherer und schneller dem Stoffwechsel dienen. Aus eben diesen Gründen habe ich seit 20 Jahren die von Garrod und neuerdings von Cantani so warm empfohlenen Alkalien bei der Gicht fast ausschliesslich in Mineralwasserform und nur da, wo kohlensaures Wasser auch erwärmt nicht er- tragen wurde, in Pastillenform gereicht. Das Vorgehen Garrod's, kohlensaures Lithium bei der Gicht zu verordnen, stützte sich auf sein bereits erwähntes Experiment, ähnliche mit Natron-Urat incrustirte Knochenfragmente in drei gleich-proeentigen Lösungen von kohlensaurem Natron, Kali und Lithium digeriren zu lassen, wonach er sich überzeugte, dass bei gleichen Zeittheilen (48 Stunden) das Lithium die Incrustation vollständig gelöst hatte, während die Kalilösung nur merklich, die Natronlösung nicht sichtbar eingewirkt. Stärkere Kalilösung wirkte vollständig, Natronlösung nur unvollständig. Auch in heissem Wasser vollzog sich die Lösung. Buchheim (Arzneimittellehre S. 160) stellte über die Lös- lichkeit der Harnsäure durch verschiedene Salze interessante Proben an und fand, dass 1 Th. kohlens. Lith. S^/j, 1 Th. kohlens. Natr. ^/^ und 1 Th. phosphors. Natr. Y3 Th. Harnsäure löse. Nach Binswanger löst 1 Th. kohlens. Lith. 4 Th. Harnsäure. Aehnliche Resultate gewannen A. Ure und Li- po wm t z.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21222988_0050.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)