Rationelle behandlung der gicht und steinkrankheiten / von Dr. Otto Ewich.
- Ewich, Otto.
- Date:
- 1883
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Credit: Rationelle behandlung der gicht und steinkrankheiten / von Dr. Otto Ewich. Source: Wellcome Collection.
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![der Niere niederschlagen. ]\Iagendie macht a. a. 0. S. 21—'28 auf diese iMomente sowie darauf aufmerksam, dass stickstoffreiche Nalirung die Harnsäure im Urin vermehre, dass aber fleissige Bewegung solche vermindere, da dann die Muskeln die meisten Nährstoß'e eonsumiren; bei vorwaltender Fleischdiät werde die Nierenthätigkeit herabgestimmt und die llarnmenge vermindert, bei vegetabilischer Kost dagegen erhöht. Die harn saure Dyscrasie wurde schon bei der Gicht besprochen und von Cantani hervorgehoben: „dass die Harn- säure im ganzen Organismus producirt werde, dass zu den hauptsächlichsten Erzeugern der Harnsäure das Bindegewebe, die Leber, die Milz und zweifellos auch die Nieren, ebenso wie alle anderen Organe und Gewebe zu rechnen seien und wie die Qualität der Nahrungsmittel von Einfluss auf die Menge der im Körper erzeugten Harnsäure sei, auch dass jene Nahrungsmittel, welche die Acidität des Urins vermehren, gerade das Älaterial zur grösseren Production der Harnsäure liefern. Cantani betont S. 196, im Gegensatz zu Ultzmaun, dass der Ueberschuss von Harnsäure im Urin, sowie dessen Acidität und Dichtigkeit, welche Sedimente im Urin und staub- artigen Sand in den Nieren erzeugen können, nicht genügen, um wirkliche Steine zu bilden. „Zur Steinbildung gehöre ein Bindemittel, der Schleim der Harnwege, welcher hier die getrennten Nieder- schläge vereinige, Er leugnet zwar den „steinbildenden (Katarrh als solchen, glaubt aber, dass der chemische Reiz des anormalen Urins, sowie der mechanische Reiz des Harnsandes, namentlich scharfer Harnsäurekrystalle, als fremde Körper auf die Schleimhaut der Harnwege irritirend einwirken und schon in den Nieren die zur Schleimbildung genügende catarrhalische Affection hervorbringen könne. Die wichtigen Untersuchungen von Robert U11 z m a n n, von A s s m u t h und die seinigen haben bewiesen, dass der Zusatz von gewissen Säuren zum Urin, z. B. von Milch-, Ameisen -, Essig -, Propion -, Butter-, Baldrian-, Phosphorsäure, oder einer Lösung von saurem phosphors. Natron, unregel- mässige scharfe zum Theil nadeiförmige Harnsäurekry- stalle und nicht die normalen rhombischen Tafeln und Säulen mit glatten Rändern erzeugen. Ultzmann macht nament-](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21222988_0088.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)