Über die Bedeutung der Bursa pharyngea für die Erkennung und Behandlung gewisser Nasenrachenraum-Krankheiten / von G.L. Tornwaldt.
- Tornwaldt, Gustavus Ludwig, 1843-1910.
- Date:
- 1885
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Credit: Über die Bedeutung der Bursa pharyngea für die Erkennung und Behandlung gewisser Nasenrachenraum-Krankheiten / von G.L. Tornwaldt. Source: Wellcome Collection.
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No text description is available for this image![getrocknetem Zustande. Seine Färbung war ebenso verschieden wie die der flüssigen Absonderung. Unmittelbar unter dem Orificium war die Eiterablagerung am dicksten, aber am wenigsten nach den Seiten hin ausgedehnt. Nach unten hin wurde sie dünner, bedeckte aber die hintere Rachenwand in grösserer Ausdehnung, gleich wie ein durchsichtiger, trockener Lacküberzug ]). Erfasste ich die Secrct- decke an ihrer dicksten Stelle im Nasenrachenraum mittels einer geeignet gebogenen Zange, so gelang es mir oft den ganzen Relag bis hinunter in die Pars oralis pharyngis abzuziehen, am leichtesten, wenn ich ihn vorher durch die Nasendouche erweicht hatte. Die jetzt entblösste Schleimhaut hatte ein ganz normales Aussehen. Nur das Orificium Bursae pharyngeae war mit Eiter ausgefüllt, welcher nicht selten in Folge eines auf die Nachbar- schaft ausgeübten Sondendruckes herausquoll. Es ist mir sehr wahrscheinlich, dass viele Fälle von sogen. Pharyngitis sicca nichts anderes sind, als das, was ich soeben beschrieben. Wenigstens sind mir mehrfach von anderen Aerztcn Kranke mit dieser Diagnose zugeschickt, zu welcher das trockene glänzende Aussehen der hinteren Pharynxwand Veranlassung gegeben hatte, und es stellte sich bei Untersuchung des Nasenrachenraumes heraus, dass lediglich das der Bursa pharyngea entflossene und an der hinteren Pharynxwand in sehr dünner, durchsichtiger, glänzend trockener Schicht anhaftende Secret die Ursache dieser Verwechselung gewesen war. Eigentliche Pharyngitis sicca, bei der die dünne blasse Schleimhaut in der That jeden Secretes ermangelte, ist mir äusserst selten und nur an sehr decrepiden Individuen vorgekommen. Michel (19) führt den dünnen trockenen Secretbelag auf Ozäna zurück. Ich gebe gerne zu, dass auch durch Fortpflanzung von Ozäna auf die hintere Rachenwand die Schleimhaut ein ähnliches Aussehen bekommen kann, und ich selbst habe diese Entstehungs- weise oft genug beobachten können. Aber häufiger waren die Fälle, die ich soeben beschrieben habe, in denen keine Spur von Ozäna, d. h. weder der charakteristische Geruch noch irgend ein Secretbelag auf der Nasenschleimhaut zu entdecken war. Ich fand auch zwischen der Beschaffenheit des Secretbelagcs auf der hinteren Rachenwand bei Ozäna und des durch Absonderung aus der Bursa pharyngea ‘) Fall V, VII, IX.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b22370493_0033.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)