Licence: In copyright
Credit: Zur Krönleinschen Operation / von Josef Helbron. Source: Wellcome Collection.
Provider: This material has been provided by UCL Library Services. The original may be consulted at UCL (University College London)
12/92 page 12
![]\Ieissel. bei dem auf der einen Seite auch der untere Teil des vertikalen Eandes scharf ist; wenn dann der Meissel mit dieser Ecke aufgesetzt wird, schneidet er auf beiden Linien und ist so der Schnitt leichter zu machen. Die horizontalen Knochenschnitte werden anfangs wegen der beträchtlichen Härte des hier zu meisselnden Knochens mit einer kurzen Blattsäge mit stark kon- vexem Sägerande gemacht. Diese wird zuerst flach und dann in der Tiefe hebelartig auf und ab bewegt, natürlich unter Schützung der Weichteile. Wegen Gefahr der Knochensplitterung möchte D o m e 1 a den schrägen Eaiochenschnitt nicht als den letzten ausgeführt wissen und möchte folgende Reihenfolge der Schnitte anraten: 1. schnäger Eaiochenschnitt mittels des doppelt ge- schliffenen Meisseis; 2. horizontaler Knochenschnitt oben mittels der konvexen Säge; 3. horizontaler Knochenschnitt unten mittels der konvexen Säge; die ganz tiefen Teile der horizontalen Knochen- schnitte werden eventuell zum Schluss noch durchgemeisselt. Emp- fehlenswert erscheinen mir auch die von A x e n f e 1 d (18) kon- struierten Orbitalplatten, die bei der Operation stets gute Dienste leisten. Es sind natürlich, wie das ja in solchen Fällen immer geht, eine ganze Eeihe von Vorschlägen für Modifikation resp. Ergänzung der Kr önl einschen Operation erfolgt. Neben dem eigentlichen Hautschnitte sind noch von einigen Operateuren Entspannungs- schnitte entlang dem oberen oder unteren Eande der Orbita, event. bis zum inneren Lidwinkel, empfohlen worden. (Sokoloff ; Franke; Schuchardt; Oolowin (11); Brand (32).) Ich habe selbst diese Schnitte sowohl am oberen, wie am unteren Orbi- talrande (Fall 4; 6; 27; 62 der Statistik) mehrfach ausgeführt, oben oder unten je nach Lage der Oeschwulst, und kann nur emp- fehlen, dieselben bei grossen Tumoren oder bei sehr stark medialem Sitz der Geschwulst anzuwenden. Entstellende Narben bleiben da- nach nicht zurück, höchstens ist das so abgetrennte Lid für einige Zeit nach der Operation leicht ödematös, dagegen ist der Einblick in die Orbita und auch das Operieren wesentlich erleichtert. Bei temporalem Sitz in der Orbita sind diese Hilfsinzisionen nicht not- wendig. Franke (55) hat in seinem letzten Fall nach Vollendung des Hautschnittes und Umklappen des Knochenstückes die noch bestehende Hautbrücke am äusseren LidAvinkel mitsamt der Kon- junktiva, ähnlich wie bei der Kanthoplastik, durchschnitten, den M. rect. extern, von der Sklera abgelöst mid die Te n o n sehe Kapsei bis an den Sehnerv hin aufgetrennt, und rühmt die dadurch erzielte Erweiterung des Ueberblickes. Ich kann mir kaum vorstellen,](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21638688_0012.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


