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Credit: Zur Krönleinschen Operation / von Josef Helbron. Source: Wellcome Collection.
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![direkt bis auf eleu Kiiuclieu in der ganzen J.aiige des Unterlides - Eröff- miug des orbitalen Fettzellgewebes; Tumor wird blossgelegt, erweist sich aber als zu gross, um von hier aus exstirpiert wei-den zu können Sofort wird die temporäi-e Eesektion der äusseren Orbitalwand nach Krönlein angeschlossen, die Periorbita in ihi-er Länge sorgfältig unter- halb des M. rect. extern, ujiter Schonung dieses gespalten 'und auf den Tumor eingegangen. Dieser sass hinter dem Bulbus innerhalb des Muskeltricliters direkt nach miten ,und aussen vom N. opticus und liatfce über Wahiussgrösse. Bei vorsichtigem Herausschälen riss die Wandung ein und es entleerte sich etwas gelbliche, breiige Masse, die sofort die Diagnose auf ein Dermoid stellen liess. Die Rissöffnuug wurde durch einen Pean verschlossen; es gelaug, die A\'and in toto Herauszuschälen; ihr Stiel führte bis in die fissura orbitalis inf<>r., Der Sehnerv, der innen oben von der Cyste lag, kann voll zu Gesicht, wurde aber nicht verletzt. Keine Tamponade; primäre Naht der lieiden Hautwunden nach Reposition des resezierten Knochenstückes. Verband. Am 15. I. 03 .waren die Operationswimden per primam geheilt. Exophthalmus verschwunden, Bewegungsbeschränkung nach aussen, oben und unten. Jveine Ptosis. Pupille ad meximum erweitert. Unterlid leiclit üdematös. Am 29. I. 03 wird linksseitige vollkommene Akkonnnoda- tionslähmung festgestellt. 31. I. Entlassung. 6. II. R. — 7,0 D / S = Vs; L- + 1.0 D / S = 2/3 — 1. i. d. N. + 14,0 D ( ! ) Jg. 1 in 7 cm. Links Mydriasis und Pupillenstarre. 20. II. Noch Bewegungsbeschränkung nach oben, weniger nach unten und aussen. Keine Diplopie. Unterlid noch ödematös. Allmählich besserte sich der Zustand; am 14. IV. findet sich eingeti-agen: nur noch Beweglichkeitsstöruag nach unten und aussen. Die letzte Untersuchung am 27. IV. 05 ergibt: Links:'Kaum sicht- bare Narben am unteren und äusseren Orbitalrand. Stellung des Bulbus normal, dagegen noch geringe Beweglichkeitsstörung nach unten und aussen. Keine Diplojjie; Maximale Mydriasis und Pupillenstarre; totale Akkommodationslähmung (gegen diese trägt der Patient schon seit Jahresfrist ein Konvexglas von 4,0 D für die Arbeit in der Nähe!). R — 7,0 D / S = Ve ; L- S. = 2/3 — 1; i. d. N. + 4,0 D Jg 1 in 25 cm. Oph- tlialmoskopisch links normal. Mikroskopischer Befund der exstirpierten Cyste: Die Innenwand dieser ist mit einem Epithelüberzug versehen, der in seinem Aussehen ganz das Bild der äusseren Haut bietet. Die Verhornung der Zelhni ist stellenweise sehr beträchtlich. Im Stratum subcutaneum finden .sich an einzelnen Stellen massenliafte Talgdrüsen, Quer- sowie Läugs- sclmitte von Haaren i-esp. Haarbälgeu und Eettzelleu. Kuäuekhüsen sind nicht sichtbar. Ausserdem sind an einzelnen Stellen grosse Knorpel- platten und Züge von quergestreifter Muskulatur nachweislxir. an anderen grössere, tubulöse Drüsen. Die äussere AVand der Cyste besteht aus einem derben Bindegewebe, in dem sich ein dichtes Netz von elastischen ]<'asern (Orceinfärbung!) und eine nicht unbeträchtliche entzündliche Infiltration mit Rundzellen findet. An einer Stelle der äusseren Wandung sind grössere Bündel rjuergestreifter Muskelfasern vorhanden, die wohl vom M. rect. infer. stammen. Hiernach ka.nn kein Zweifel bestoheu. dass es sich um eine typische Dermoidcyste handelt.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21638688_0022.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


