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Credit: Zur Krönleinschen Operation / von Josef Helbron. Source: Wellcome Collection.
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![Bulbus das Sehvermögen, normal bleiben resp. wieder werden könne; im gleichen Jahre operierte er auch einen entsprechenden Fall mit Erhaltung des Bulbus und Sehvermögens. Ebenso hat Grit che tt 1832 einen retrobulbären Tumor der Orbita mit Erhaltung des Auges und seiner Funktionen operiert. Dass aber trotzdem das Prinzip der Erhaltung des Auges kein allgemeines wurde, sondern sich nur auf sehr wenige Fälle be- schränkte, beweist der Vorschlag Bowmans auf der Ophtalmo- logeu-Versammlung in Heidelberg 1859, in allen Fällen von um- schriebenen Orbitalgeschwülsten den Versuch der Exstirpation mit Erhaltung des Auges zu machen. Ihm trat damals kein geringerer als Albrecht von Graefe entgegen mit der Begründung, dass der Operationsraum dann ein ungenügender sei, Gefahr von Muskel- durchschneidungen vorläge, kein genügender Abfluss für evtl. Eiterungen bestände und häufig doch schon beträchtliche Seh- störungen des Bulbus beständen. 1869 erwähnt Pagenstecher einen erfolgreich mit Erhaltung des Auges exstirpierten Tumor des Sehnerven, aber erst 1874 wurdedui'ch Knapps Angaben seiner Operationsmethode, speziell für Exstirpation von Sehnerventumoren, und des von ihm erfolgreich operierten Falles mit dauernder Er- haltung des Bulbus die allgemeine Aufmerksamkeit geweckt, und erst von diesem Zeitpunkte an datiert ein merkliches Bestreben, den Augapfel, und zwar nicht nur den sehfähigen, sondern a,uch evtl. den erblindeten, dem Patienten zu erhalten. Dass diese sogenannte Knapp sehe Methode — eigentlich kann man dabei nicht von einer Methode sprechen, da die Wahl des Schnittes stets dem Ermessen des Operateurs überlassen wird — in einer grossen Anzahl von Fällen ein ganz befriedigendes Eesultat er- geben hat, beweist schon die Zusammenstellung Dome las über 23 derartig operierte Fälle: von diesen 23 stai'ben 2 an Meningitis; beide hatten ausserdem intrakranielle Tumoren; einmal wui'de während der Operation die Enukleation notwendig wegen der be- trächtlichen Grösse der Geschwulst, und einmal musste noch ]iach- träglich 4 Stunden nach der Operation wegen andauernder retro- bulbärer Blutung die Enukleation gemacht werden. Von den übrigen 19 Fällen ist in 10 der Bulbus dauernd in normaler Grösse erhalten geblieben, das sind also gut 52 Vs °/o- In 4 weiteren Fällen blieb der etwas verkleinerte Bulbus dauernd erhalten, in 5 ging .er zugrunde. Bei den 14 Fällen mit dauernder Erhaltung des Bulbus trat 7 mal Ptosis auf, die sich aber nachträglich meistens teilweise oder ganz gebessert hat; 7mal entstand dauernder Stra- bismus, meistens convergens. Die Beweglichkeit des Bulbus wiixl](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21638688_0004.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


