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Credit: Zur Krönleinschen Operation / von Josef Helbron. Source: Wellcome Collection.
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![Gruppe IX: Orbitalwanderkrankungeu: 56) AVolff. Tuberkulose der Orbita. (Mitteilungen aus dem Kranken- haus Hermannswerder bei Potsdam.) Luise S., 12 Jahre alt, sprang im August Ol von einem Wagen und empfand vier Wochen lang Schmerzen in der linken Hüfte; dann verloren sie sich, traten im Laufe des Winters aber wieder auf; zu- gleich fing das Mädchen an zu hinken. Am 5. VI. 02 wurde eine Äffektion, wohl tuberkulöser Natur, des linken Hüftgelenkes festgestellt und eine denientsprechende Therapie eingeleitet. 3. X. Das rechte Auge zeigt deutlichen Exophthalmus; die Be- wegungen des Bulbus sind nach allen Seiten ungestört. Pupille reagiert normal, keine Augenhintergrunds-Veränderungen. Oedem der Augen- lider. Druckempfindlichkeit am äusseren Orbitalrand. 10. X. Oedem des unteren Augenlides ist etwas zurückgegangen, das des oberen hat stark zugenommen, besonders in der ä,usseren Hälfte. Die Haut über dem oberen Lide ist gerötet und eine fluktuierende Ge- schwulst an dieser Stelle nachweisbar. Schmerzen sind nur bei stär- kerem Druck vorhanden. 20. X. Die äussere Hä,lfte des oberen Augenlides ist in eine gut taubeneigrosse Geschwulst verwandelt, die nach der medialen Hälfte des Lides sich abflacht. Die Haut darüber und über den angrenzenden Hautpartien ist lebhaft gerötet. Die Geschwulst zeigt deutliche Fluk- tuation. Schmerzen sind nicht vorhanden. Die Lidspalte ist sehr eng geworden. Augenbewegungen frei. Der äussere Teil des oberen Orbital- randes ist nicht palpabel in seiner gewöhnlichen Schärfe. Operation: Es wird ein Schnitt entsprechend dem Verlaufe der rechten Augenbraue geführt und auf den Orbitalrand eingegangen. Es entleeren sich käsige Massen; nach Abhebelung des Periostes wird mit dem scharfen Löffel eingegangen und aus einer Tiefe von etwa 5 cm noch käsige Masse hervorgeholt. Der Knochen des Orbitaldaches ist bis auf diese Tiefe rauh anzufühlen. Nach Abkneifen des oberen mittleren und oberen äusseren Orbitakandes wird mit Jodoformgaze tamponiert und ein Verband angelegt. Im weiteren Verlaufe granuliert die Wunde gut. aber es besteht noch ziemlich beträchtlicher Exophthalmus. 1. XL Da aus der Tiefe der Wunde am rechten Auge dauernd noch reichliche Mengen Eiters fliessen, der Exophthalmus noch beträchtlich ist und die Sonde in der Tiefe der Augenhöhle auf grössere Partien rauhen Knochens stösst, entschliesst man sich zur besseren Ereileguhg des tuberkulösen Herdes zur Operation: Krönleinsche Operation in typischer Weise; beim L^mlegen des resezierten Knochenstückes bricht dieses infolge Erkrankung ein und wird ganz entfernt. Man sieht jetzt deutlich die erkrankte, obere, laterale Augenhöhlenwand mit tuberkulösen Massen in weiter Aus- dehnung bedeckt. Diese, sowie der erkrankte Knochen werden unter Beiseitedrängung des Bulbus nach median mit dem scharfen Löffel ausgekratzt, worauf im hinteren Teil der oberen äusseren Orbitahvand in der Grösse eines Zehnpfenuigstückes weissliche Dui-a fi-eiliegt. Die Orbita ist lateral fast ])is zum foramen opticum zu übersehen. Jodoforin- gazotatnpon. Verband.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21638688_0073.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)