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Credit: Zur Krönleinschen Operation / von Josef Helbron. Source: Wellcome Collection.
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![fiiidlichen Entzündung erklärt werden. Es würde sich, im übrigen eine solche chronische Orbitalphlegmone ohne weiteres den chix)ni- schen Phlegmonen an anderen Körperstellen anpassen. Was die event. Diagnose dieser Form anbelangt, so ist neben der voraus- gegangenen Verletzung vor allem die allmähliche, schleichende Entwickelung zu beachten. Ein sicheres differential diagnostisches Merkmal gegenüber Tumoren vermag* ich nach dem bisherigen ]\Iaterial nicht anzugeben; auch hier käme das Röntgenbild gegen- über einem soliden Tumor in Betracht. Irrtümer werden trotzdem stets unterlaufen, bedeuten aber mit Rücksicht auf die in vor- liegendem Material gewonnenen Endi^esultate nicht viel. In allen Fällen wurde der Bulbus, meistens mit seinem vor- herigen Sehvermögen erhalten, einmal trat später Amaurose ein^ aber wohl erst durch Weiterbestehen des Exophthalmus. Dieser wurde 3mal geringer oder verschwand ganz, 2mal war er nach der Operation unverändert, Imal fehlt die nähere Angabe; 3mal nahm er später wieder zu oder trat von neuem ein. Die Beweglich- keitsstörungen sind einmal nicht vermerkt, Imal waren es nur Abduzensparese und Mydriasis vorübergehender Natur, in den übrigen Fällen etwas stärkere, aber gegenüber dem Zustande vor der Operation nicht besonders ins Gewicht fallende. Im übrigen kamen bei der Operation keine Komplikationen vor, die Heilung verlief stets glatt; nur in einem Falle blieb am oberen Rande des resezierten Knochenstückes eine stärkere Kallus-Bildung zurück. Hiemach erscheint es wohl gerechtfertigt, in diagnostisch, zweifelhaften Fällen eine temporäre Resektion der äusseren Orbi- talwand vorzunehmen; findet sich ein Tumor, so wird nach den früher erörterten Gesichtspunkten verfahren; findet sich nichts Abnormes, so ist es vielleicht ratsamer, in dem Gedanken, dass eine chronische Orbitalphlegmone vorliegen könnte, nach Reposition des Knochenkeiles eine etwas länger dauernde Drainage der Orbita vorzunehmen. Ob damit eine dauernde Heilung dieser Fälle er- zielt werden wird, muss die Zukunft zeigen. Fasse ich zum Schluss die Gesamtergebnisse der bisherigen Erörterungen zusammen, so ergibt sich zunächst, dass bei der Krönlein sehen Operation der Hautschnitt so gut wie niemals eme störende Entstellung zurücklässt, die Durchtrennung des M. orbicularis palpebrarun^ temporal keine schädlichen Folgen hat, die Resektion des Knochenkeiles bei richtiger Handhabung der Methode relativ sehr leicht, ohne wesentliche Blutung und ohne II e 1 b r o n , Zur KrönlcinscJicn Opcratioi). ß](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21638688_0081.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)