Das Saugadersystem vom anatomischen Standpunkte / bearbeitet von Ludwig Teichmann.
- Ludwik Karol Teichmann
- Date:
- 1861
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Credit: Das Saugadersystem vom anatomischen Standpunkte / bearbeitet von Ludwig Teichmann. Source: Wellcome Collection.
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![E. H. Weber*), J. Müller^), Herbst®), Goodsir'^), Arnold®), Engel®), Sapey^) und Andere behaupten auf das entschiedenste, die Saugaderdrüsen seien nichts Anderes, als Ver- knäuelungen der Saugadern. So sagt Mascagni, um dies zu beweisen: Wenn man sich keine Mühe verdriessen lässt, und die verwickelten Knoten der Gefässe vermittelst einer Nadel von einander löst, so wird man finden, dass die Saugadern in der Tiefe sich verhalten, wie auf der Oberfläche. Trotzdem gelang es auch diesen Forschern nicht, ihrer Meinung eine allgemeine Gel- tung für alle Zeiten zu verschaffen, und wir sehen, dass in den letzten Decennien Malpighi’s Ansicht von neuem allgemein aufgenommen wurde. So beschreibt Henle®) mit blossem Auge sichtbare Körperchen, welche er nach Zerreissung der grösseren Saugaderdrüsen erhielt; er ver- gleicht dieselben mit den Acini mancher conglomerirten Drüsen und sucht für sie diesen Namen beizubehalten ®)._ Sodann suchten Noll*®), Brücke**) und Kölliker*®) auf das bestimmteste nachzuweisen, dass die Saugadern, sobald sie die Drüse erreicht haben, auf hören zu existiren und dass ihr Inhalt sich frei in die Drüsen ergiesst; ihnen schlossen sich bald fast alle Mikro- skopiker Deutschlands an. Dabei erlitt jedoch Malpighi’s Ansicht manche wesentliche Ver- änderung; so wies Kölliker nach, dass die einzelnen Follikel nicht hohl, sondern von einem zarten Maschengewebe in allen Richtungen durchzogen sind; derselbe Gelehrte hielt es mit Brücke für nothwendig, in den Saugaderdrüsen zweierlei Substanzen, eine Rinden- und Mark- substanz zu unterscheiden. Donders*®) weicht, obwohl er in mancher Beziehung mit der letztbesprochenen An- sicht übereinstimmt, doch wesentlich davon ab, indem er auf der Peripherie, wie im Innern der Saugaderdrüsen weitmaschige Netze der Saugadern gesehen zu haben behauptet; diese Netze .sollen nach Donders einzelne Drüsenläppchen {Acini, Malpighi’s Folliculi) umspinnen. Da- bei sollen die im Innern der Drüsen liegenden Netze poröse Wände haben, die eine Communi- cation zwischen den Drüsenläppchen und den Gefässen möglich machen. ]) E. H. Weber, Hlldebrand’s Handb. der Anatom. Bd. III. 108. und Rosenmüller’s Handb. der Anatom, (i. Aufl. 1810. pg. 89 u. 450. 2) J. Müller, Physiologie. 3. Aufl. Bd. I. 267. 3) Herbst, Das Lymphgefässsystem. Gotting. 1844. pg. 124. 4) J. Goodsir und H. D. S. Goodsir, Anatomical andpathological observations. Structur of the lymphutic (jlands. Edinb. 1845. pg. 44. 5) Arnold’s Handb. der Anatom. 1847. Bd. II. pg. 12. 6) Prager Vierteljahrsschrift für pract. Heilkunde. 1850. pg. 111. 7) Sapey, Tratte d'anatomie descriptive. Paris 1857. Bd. I. pg. 630. S) Henle, Allgemeine Anatomie 1841. pg. 554. 9) Der Name ^cün’ für M alpi ghi’s ist von B o erhaave {opusc. anat. de fabrica glandu- larum) und von Haller [depraecip. c. h. pari. fahr, etfanct. I.) wiederholt gebraucht worden. 10) Henle u. Pfeuffer’s Zeitschrift für pract. Heilkunde. Bd. IX= pg. 52. 11) Zeitschrift der Gesellschaft der Aerzte zu Wien 1853. pg. 572 — und Denkschriften der K. K. Aka- demie zu Wien. Bd. VI. pg. 99. 12) Kölliker, Mikroskopische Anatomie. Bd. II. pg. 528. 13) Donders, Physiologie des Menschen. Aufl. 2. Bd. I. pg. 329.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b22414320_0028.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


